Zürcher Immobilienkonzern steigert operativen Gewinn deutlich
Allreal hat laut Mitteilung vom Montag im ersten Halbjahr 2026 einen Reingewinn von 105,6 Millionen Franken erzielt. Das sind 9,6 Prozent weniger als die 116,8 Millionen Franken in der Vorjahresperiode.
Der Rückgang ist allerdings vor allem auf die Bewertung des Immobilienportfolios zurückzuführen. Die positiven Neubewertungseffekte beliefen sich noch auf 40,8 Millionen Franken, nachdem sie im Vorjahr mit 70,3 Millionen Franken deutlich höher ausgefallen waren.
Ohne diese Bewertungseffekte zeigt sich ein anderes Bild: Der operative Reingewinn stieg um 20,8 Prozent von 62,6 Millionen auf 75,6 Millionen Franken. Der operative Gewinn auf Stufe Ebit ohne Neubewertungen erhöhte sich um 14,3 Prozent auf 108,8 Millionen Franken.
Verkäufe bringen 15,7 Millionen Franken
Einen wesentlichen Beitrag zum besseren operativen Ergebnis leistete die Bereinigung des Immobilienportfolios. Allreal verkaufte sechs kleinere Wohnliegenschaften in der Westschweiz sowie eine Liegenschaft an der Efringerstrasse in Basel. Daraus resultierte ein Verkaufsgewinn von 15,7 Millionen Franken.
Gleichzeitig kaufte Allreal im Februar eine grosse Büroimmobilie an der Rue du Grand-Pré in Genf. Diese bringt laut Unternehmen jährliche Mieterträge von 7,8 Millionen Franken und verfügt über eine Mieterschaft mit hoher Bonität.
Der Marktwert des gesamten Immobilienportfolios stieg damit von 5,27 Milliarden Franken Ende 2025 auf rund 5,36 Milliarden Franken per Ende Juni.
Mieterträge geben leicht nach
Die Mieterträge gingen im ersten Halbjahr aufgrund der Veränderungen im Portfolio zunächst um 0,9 Prozent auf 102,6 Millionen Franken zurück. Gleichzeitig stieg die Leerstandsquote von 3,4 Prozent Ende 2025 auf 3,6 Prozent.
Verantwortlich dafür seien insbesondere freie Flächen an der Freiburgstrasse in Bern, bei einer Büroimmobilie am Flughafen Genf sowie im Richti-Areal in Wallisellen. Bis zum Jahresende erwartet Allreal wieder eine tiefere Leerstandsquote.
Positiv entwickelte sich der Aufwand für die vermieteten Liegenschaften. Dieser sank um 12,1 Prozent auf 9,4 Millionen Franken. Die entsprechende Aufwandsquote verbesserte sich auf 9,2 Prozent. Die Nettorendite des Gesamtportfolios lag bei 3,6 Prozent.
Das Segment Immobilien steigerte sein operatives Unternehmensergebnis dadurch deutlich von 57,8 Millionen auf 72,0 Millionen Franken.
Mehr Marge im Baugeschäft
Auch bei Entwicklung und Realisation verbesserte sich das operative Geschäft. Der Erfolg aus Realisation erhöhte sich um einen Drittel von 9,0 Millionen auf 12,0 Millionen Franken. Die Bruttomarge bei Drittprojekten stieg von 11,9 auf 14,5 Prozent.
Das abgewickelte Projektvolumen blieb mit 124,9 Millionen Franken annähernd stabil. Rund ein Drittel davon entfiel auf Eigenprojekte. Der gesicherte Arbeitsvorrat erhöhte sich leicht auf 885 Millionen Franken und sichert laut Allreal eine Auslastung der bestehenden Kapazitäten für mehr als zwei Jahre.
Für das Gesamtjahr rechnet Allreal dank der Nachfrage bei den laufenden Projekten – darunter mehr als 100 Eigentumswohnungen auf der Baarermatte in Baar – wieder mit einem leicht höheren Ergebnis aus dem Verkauf von Stockwerkeigentum.
Finanzaufwand noch tiefer
Entlastung brachte im ersten Halbjahr zudem die Finanzierung: Der Finanzaufwand sank gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent. Die Finanzverbindlichkeiten stiegen allerdings von 2,67 Milliarden Franken Ende 2025 auf 2,82 Milliarden Franken.
Der durchschnittliche Zinssatz lag bei 1,14 Prozent. Ende Juli platzierte Allreal zudem eine achtjährige Anleihe über 105 Millionen Franken mit einem Coupon von 1,255 Prozent. Die Belehnungsquote erhöhte sich von 45,8 auf 46,8 Prozent.
Prognose bestätigt
Für das Gesamtjahr bestätigt Allreal den bisherigen Ausblick. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein höheres operatives Ergebnis bei stabilen Bilanzkennzahlen.
Die Mieterträge sollen im zweiten Halbjahr zunehmen und die Leerstandsquote wieder sinken. Im Segment Entwicklung und Realisation rechnet Allreal mit leicht höheren Gewinnen aus dem Verkauf von Stockwerkeigentum und einem etwas höheren Bauvolumen.















