Zürich ist nun schon die zweitteuerste Stadt für Vermögende

Gemäss einer Mitteilung stiegen die Kosten für einen gehobenen Lebensstil in Dollar gerechnet innerhalb eines Jahres um durchschnittlich 10,2 Prozent. Europa lag mit einem Plus von 14,1 Prozent sogar deutlich über dem globalen Durchschnitt – vor allem wegen der Stärke des Euro und des Frankens.

Das Städte-Ranking basiert auf dem Julius Bär Lifestyle Index. Dieser analysiert die Kosten eines Waren- und Dienstleistungskorbs mit 20 Positionen, der für einen gehobenen Lebensstandard in 25 globalen Städten repräsentativ sei. 

Singapur hält seit vier Jahren seine Position als teuerste Stadt der Welt für HNWIs. Hier kommen vor allem die hohen Kosten für Wohneigentum und Fahrzeuge sowie die Stärke des Singapur-Dollars zum Ausdruck. Trotz bescheidener lokaler Preisänderungen führt die starke Währung von Singapur dazu, dass die Kosten in US-Dollar gerechnet im Einklang mit dem globalen Durchschnitt gestiegen seien. 

Zürich mit «günstigen» Privatschulen

Die Stadt Zürich steigt laut Julius Bär um drei Ränge auf und ist nun die zweitteuerste Stadt im Index. Bei der ersten Studie im Jahr 2022 lag Zürich noch auf Platz sieben, seither wird die Schweizer Metropole wegen der Dollarschwäche immer weiter nach oben getrieben. 

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Quelle: «Global Wealth and Lifestyle Report 2026» von Julius Bär

Im internationalen Vergleich zählen in Zürich insbesondere Wohneigentum, Handtaschen, Gesundheitsleistungen und Spa-Angebote zu den teuersten Positionen. Vergleichsweise günstiger präsentieren sich hingegen die Privatschulen. Dieser Ausgabe-Posten liegt gemäss der Studie in Zürich als einzige Position deutlich unter dem internationalen Durchschnitt der verglichenen Städte. 

Der Aufstieg Zürichs auf Rang 2 sei vor allem auf die Aufwertung des Schweizer Frankens zurückzuführen. In Lokalwährung blieb die Preisentwicklung vergleichsweise moderat, heisst es dazu.

Monaco ist ebenfalls erstmals unter den Top Drei, dies wegen des starken Euro und der ausserordentlich hohen Preise für Wohneigentum. Hongkong steigt auf Rang 4 ab, während London auf Rang 5 zurückfällt, nachdem die britische Hauptstadt 2025 noch ein enger Anwärter auf den Spitzenplatz war.

Sydney mit dem grössten Sprung

Der Asien-Pazifik-Raum (APAC) bleibt die treibende Kraft des weltweiten Wohlstands: Gleich fünf Städte sind in den Top Ten vertreten. Neben Singapur und Hongkong zählen auch Schanghai, Sydney und Bangkok zu den zehn teuersten Städten für Vermögende. 

Sydney hat im vergangenen Jahr den grössten Sprung nach vorne gemacht und ist um sechs Plätze auf Rang 8 gestiegen. Hier erwies sich die Kombination aus dem starken australischen Dollar und der hohen Importkosten bei Premium-Gütern als wesentlicher Treiber. Insgesamt stiegen die Durchschnittspreise im APAC-Raum in US-Dollar gerechnet nur um 7,4 Prozent, also deutlich weniger als der globale Durchschnitt.

Zum ersten Mal seit drei Jahren ist keine Stadt aus Nord- oder Lateinamerika in den globalen Top Ten vertreten. New York hält immer noch den höchsten Rang innerhalb der Region, gefolgt von São Paulo, das auf Rang 12 aufgestiegen ist. 

Vermögende reagieren auf geopolitische Risiken

Die Erhebung der Indexdaten wurde Ende Februar 2026 abgeschlossen, die Feldarbeit für die Umfrage endete Anfang März. Daher sind die Auswirkungen der aktuellen Lage im Nahen Osten nicht in die Befunde eingeflossen. Der Report konzentriert sich somit auf die grösseren Zusammenhänge rund um die Ergebnisse, ihre Bedeutung für global mobile Privatpersonen und ihre Auswirkungen auf Wealth-Management-Strategien. 

Die parallel erhobene Umfrage unter vermögenden Privatkunden zeigt trotzdem, dass geopolitische Spannungen und volatile Finanzmärkte das Anlageverhalten zunehmend beeinflussen. Zwischen 82 und 95 Prozent der Befragten geben an, über die geopolitische Entwicklung besorgt zu sein.

Entsprechend bauen viele ihre Portfolios defensiver auf. Gefragt sind insbesondere Edelmetalle, eine stärkere geografische Diversifikation sowie höhere Liquiditätsreserven. Europäische Anleger setzen dabei vor allem auf den langfristigen Vermögenserhalt, während Investoren im asiatisch-pazifischen Raum ihre Portfolios deutlich offensiver anpassen. 

73 Prozent der Befragten im APAC-Raum bauen demnach ihre Diversifikation aus, darunter 53 Prozent mit einer verstärkten Allokation in Edelmetallen und 46 Prozent durch eine geographische Ausweitung. 

Grosse Unterschiede

Während das Vermögen der Befragten in allen Regionen weiter zunehme, gebe es bei den Ausgaben grosse Unterschiede. Die Ausgaben im APAC-Raum und im Nahen Osten wachsen deutlich schneller als in Nord-und Lateinamerika und gleichzeitig verzeichne Europa den stärksten Rückgang. 

Christian Gattiker, Chefstratege und Leiter Research bei Julius Bär, sagt dazu: «Währungen stehen einmal mehr im Vordergrund – die eigentliche Dynamik ergibt sich aber aus dem Zusammenspiel von Währungen, Vermögenswerten und Verhaltensweisen.»