Dies ist das beste Luxushotel der Schweiz – dies ist das Erfolgsgeheimnis
Anlass meiner Reise an die Schweizer Riviera, die sich entlang des Ostufers des Genfersees von Lausanne bis Montreux erstreckt, ist das Partnertreffen der «101 Besten» im «Les Trois Couronnes». Das Hotel liegt an der Uferpromenade der Stadt Vevey, rund 20 Kilometer von Lausanne entfernt. Es ist ein Fünf-Sterne-Hotel der Extraklasse: luxuriös, dabei nahbar, persönlich und einfach zum Wohlfühlen. Der herausragende General Manager Jay Gauer führt das Haus mit einer starken Haltung – genauso wie sein Vater Jean-Jacques Gauer, der 20 Jahre lang Präsident von «The Leading Hotels of the World» war. Meine Reise geht sehr gut los – doch das Highlight kommt erst noch.
Ein Hotel, das sich ständig neu erfindet
Es gibt Häuser, die von ihrer Geschichte leben. Ihre klanghaften Namen reichen schon, um Gäste aus aller Welt anzuziehen.
Das Risiko besteht darin, dass diese Häuser sich gern mal auf ihren Lorbeeren ausruhen. Das bedeutet Stagnation statt Innovation.
Das «Beau-Rivage Palace» im malerischen Lausanne hingegen setzt auf konstante Neuerfindung. Es gehört der «Sandoz Family Foundation» und somit den Gründern des Pharmagiganten «Sandoz». Seit dem späten 19. Jahrhundert beherbergt es Gäste aus aller Welt. Dank seiner Nähe zu den europäischen Finanzzentren – der Flughafen Genf liegt nur 40 Autominuten entfernt – ist das Ultraluxushotel ein wichtiger Treffpunkt für Bankiers und Unternehmer.
Doch das Hotel weigert sich, nur eine Rolle zu spielen: Unter der Woche ist das «Beau-Rivage Palace» ein präzise funktionierendes Business-Hotel, in dem sich die grossen internationalen Player treffen; hier fanden auch schon Friedenskonferenzen und diplomatische Begegnungen von weltgeschichtlicher Bedeutung statt. Und am Wochenende und in den Ferien verwandelt sich das Hotel in einen Rückzugsort, der in Leichtigkeit und Qualität seinesgleichen sucht. Diese Rechnung geht auf: Das Hotel ist im aktuellen Schweiz Ranking der «101 Besten» der Overall Winner in der Kategorie «101 Luxury Leisure Hotels».
Benjamin Chemoul ist der «101 Icon Hotelier of the Year»
Ganz grossen Verdienst daran hat der grandiose Hoteldirektor Benjamin Chemoul. Ihm gelingt dieses Kunststück, zwei scheinbare Gegensätze nahtlos miteinander zu vereinen und eine Balance zu finden, die nur wenigen Häusern weltweit gelingt. Die Auszeichnung als Overall Winner ist daher nur konsequent – genauso wie der Preis «101 Icon Hotelier of the Year», den Benjamin Chemoul einfahren konnte. Mit seiner Herzlichkeit und seinem Mut zur Innovation ist er ein vorbildhafter Hotelier.

Mit seiner Herzlichkeit und Vision ist Benjamin Chemoul (Mitte) der verdiente «101 Icon Hotelier of the Year 2026». (Bild: Frank Rollitz)
Ein Hotel der Superlative
Schon bei meiner Ankunft merke ich, dass hier auch die kleinsten Details gut aufeinander abgestimmt sind. Die bunten, duftenden Blumenarrangements präsentieren sich im Ikebana-Stil, jener japanischen Steckkunst, die Natur und Kunst harmonisch miteinander verbindet. Was in anderen Häusern eine Nebensache wäre, wird hier zur ästhetischen, fast schon philosophischen Botschaft.
Diese Handschrift zieht sich konsequent durch das Haus, durch all seine luxuriösen Suiten und edlen Lounges, durch seine märchenhaften Ballsäle mit Stuckarbeiten und Fresken. Alles folgt einer klaren ästhetischen Linie, alles ist klar durchdacht und präzise umgesetzt. Auch der Tennisplatz, der Pool, die gesamte Aussenanlage wirkt wie aus einem Guß. Im Spa-Bereich setzt seit 2024 die Zusammenarbeit mit dem geschichtsträchtigen Pariser Parfümhaus Guerlain neue Massstäbe. Auf rund 1'500 Quadratmetern erstreckt sich eine der schönsten Spa-Anlagen, die ich je erlebt habe.

Die grosszügige Aussenanlage des Hotels ist vor allem im Frühling und Sommer traumhaft. (Bild: Ivan Lartisien)
Eines der besten Restaurants der Schweiz – und ein gewagter Neuanfang
Ein Erlebnis auf Superlativ-Niveau erwartet mich auch im Hotelrestaurant. Schon optisch macht es mit seiner harmonischen, weiss-beigen Inneneinrichtung und dem wunderbaren Seeblick eine Menge her. Als ich dann mein gebratenes Kalbsbries mit Gruyère-Karamell, weissem Spargel, Safran und äthiopischem Kaffee koste, verstehe ich, warum Gäste aus aller Welt das «Beau-Rivage Palace» besuchen, nur um hier zu speisen.
Das Restaurant «Pic au Beau-Rivage Palace» der weltbekannten Französin Anne-Sophie Pic hat das Hotel mehr als 17 Jahre lang gastronomisch geprägt. Mit ihrer leichten, floralen Gourmetküche hat sich die Küchenchefin zwei Michelin-Sterne erkocht. Keine weibliche Küchenchefin hat mehr Michelin-Sterne als sie – es sind zehn an der Zahl.

Das Restaurant «Pic» ist ein Highlight der Schweizer Gourmet-Szene. (Bild: Amaury Laparra)
Doch zum Jahresende 2026, endet diese erfolgreiche, preisgekrönte Zusammenarbeit. Das ist ein Einschnitt – aber auch eine Chance. Denn wie gesagt: Grosse Häuser müssen den Mut haben, sich neu zu erfinden, wenn ein Kapitel auserzählt ist, so schön es auch war. Eines ist sicher: Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Kapitel – das sicherlich genauso erfolgreich sein wird.
Beim Auschecken werde ich gefragt, was meiner Meinung nach verbessert werden müsste. Es ist eines der wenigen Male, dass mir auf diese Frage keine Antwort einfällt – und gleichzeitig ist es genau diese Haltung, die das «Beau-Rivage Palace» von den meisten anderen Häusern trennt: ständiges, ehrliches Streben nach Perfektion statt gemütlicher Selbstzufriedenheit.














