Wiens neue Luxushotels: Mandarin Oriental setzt neue Massstäbe
Von Christoph Ammann
Mario Habicher wuchs im Tiroler Oberland auf, unweit der Grenze zum Unterengadin. Neun Jahre führte er als General Manager das legendäre Luxushotel Imperial in Wien. Im Sommer 2024 wechselte Habicher über den Ring an die Riemergasse 7. «Man bekommt im Leben nicht so oft die Chance, ein Luxushotel zu eröffnen», sagt der General Manager des Mandarin Oriental, Vienna, das seit Dezember 2025 anspruchsvolle Gäste begrüsst.
Wer eincheckt, spürt unmittelbar die asiatische Note: ein grosser, von Künstlerhand gestalteter Fächer in Weiss und Schwarz über filigranem Gold zieht die Blicke in der Lobby auf sich; Stofftüchlein mit Zitronenduft sorgen für Erfrischung der Ankommenden.
Das Wiener Haus ist das erste Mandarin Oriental Hotel in unserem östlichen Nachbarland. In der Schweiz gibt’s deren drei: in Zürich, Genf und Luzern. Die Hotelgruppe mit Wurzeln in Hongkong ist auf Expansionskurs. Weltweit zählt man 46 Hotels, weitere sind in Planung oder im Bau.
Mandarin Oriental schafft es, Lokalkolorit mit fernöstlichem Flair zu veredeln. In Wien soll die internationale Kundschaft mit individuellem Service überzeugt werden. «Der Wille zur Dienstleistung und die Freundlichkeit unserer Mitarbeitenden dürfen aber nicht aufgesetzt rüberkommen, sondern authentisch wirken», sagt Habicher.» Und so wird man schon am ersten Tag beim Gang ins Café mit Namen begrüsst. 240 Crewmitglieder umsorgen die Gäste, die in 138 Zimmern und Suiten nächtigen – eine Spitzenquote in der europäischen Hotellerie.
Investment aus Genf
Die Wiener kennen das weitläufige Gebäude unweit des Stephansdoms. Bis kurz nach der Jahrtausendwende hatte es als Handelsgericht gedient, ehe 2016 die Genfer Investmentgruppe Brisen übernahm. Aus dem ausgedienten Gericht wurde ein Grand Hotel. Brisen-Boss Dimitri Vallen investierte eine dreistellige Millionensumme in Euro – und schuf ein Juwel. «Bis jetzt buchen vor allem Europäer und Amerikaner», resümiert Mario Habicher. «Daneben wollen wir die Türen auch für die Wienerinnen und Wiener öffnen.» Den Einheimischen steht die 700 Quadratmeter grosse Wellnessoase mit Gym und einem schönen Pool ebenso zur Verfügung wie der originell gegliederte Gastrobereich.
Gastro-Bereiche für jeden Geschmack
Unter dem Glasdach, das den Innenhof überspannt, findet sich ein auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisierter Gourmettempel, in dem Exekutive Chef Thomas Seifried bald einen «Michelin»-Stern erkochen soll.
Zum Atelier 7 gehören drei weitere Gastro-Formate: eine Brasserie, ein Wiener Café und eine japanisch angehauchte Bar. Das gestrenge Auge des Denkmalschutzes wachte über dem Jugendstilpalast. So mussten die alten Fenster und die Fassade erhalten bleiben.
Das dominante Treppenhaus und die langen, nun mit hellen Teppichen aufgehübschten Korridore erinnern daran, dass hier einst Büros und Verhandlungssäle untergebracht waren. Zimmer und Suiten sind geräumig und raffiniert eingerichtet. Speziell die hoteleigene Kunstsammlung: 410 Objekte verteilen sich auf das Haus, darunter Collagen, Faltkunst, Stickereien und Skulpturen, die vor allem bei österreichischen Künstlerinnen und Künstlern in Auftrag gegeben worden waren.
In den vergangenen Jahren haben einige hochkarätige Hotelgruppen Fuss gefasst in Wien: von Park Hyatt, Anantara über Ritz-Carlton bis Rosewood. «Wir spielen schon im ersten Betriebsjahr eine führende Rolle in der Stadt», bekräftigt Mario Habicher. «Die Gästebewertungen fallen jedenfalls hervorragend aus.»













