Schaffhauser Kantonalbank steigert Halbjahresgewinn deutlich

Die Schaffhauser Kantonalbank hat im ersten Semester 2026 ihren Geschäftserfolg gegenüber der Vorjahresperiode um 14,3 Prozent auf 37,4 Millionen Franken gesteigert. Unter dem Strich resultierte ein Halbjahresgewinn von 25,9 Millionen Franken, was einem Plus von 13,5 Prozent entspricht, wie den am Freitag veröffentlichten Zahlen zu entnehmen ist. Der Betriebsertrag erhöhte sich um 8,6 Prozent auf 77,5 Millionen Franken. 

Trotz des weiterhin anspruchsvollen Zinsumfelds konnte die Bank den Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft um 10,1 Prozent auf 43,8 Millionen Franken verbessern. Dazu trugen neben einem leicht höheren Bruttozins-Erfolg insbesondere die Auflösung von Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von 2,5 Millionen Franken bei. Die Qualität des Kreditportfolios habe sich weiter verbessert, schreibt die Bank. 

Vermögensverwaltung wächst zweistellig

Besonders dynamisch entwickelte sich das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der entsprechende Ertrag stieg um 15,4 Prozent auf 23,9 Millionen Franken. Hintergrund seien die positive Entwicklung an den Finanzmärkten, die verstärkte Nachfrage nach Anlagelösungen sowie der gezielte Ausbau der Vorsorge- und Erbschaftsberatung. Die verwalteten Vermögen in der Vermögensverwaltung legten um 10 Prozent zu. 

Weniger stark entwickelte sich hingegen das Handelsgeschäft. Nach dem aussergewöhnlich hohen Dollar-Handelsvolumen im Vorjahr sank der Handelserfolg um 6 Prozent. Auch der übrige ordentliche Erfolg fiel wegen tieferer Gewinne aus Wertschriftenverkäufen um knapp 19 Prozent tiefer aus. 

Kundengelder legen zu

Die Bilanzsumme wuchs seit Jahresbeginn um 3,3 Prozent auf knapp 11 Milliarden Franken. Die Kundengelder erhöhten sich um 2,2 Prozent auf 6,35 Milliarden Franken. Ein wesentlicher Teil der Neugelder floss laut der Bank in Wertschriftensparen der Säule 3a, Sparpläne sowie Vermögensverwaltungslösungen. Das Depotvolumen profitierte zusätzlich von den freundlichen Finanzmärkten. 

Die Kundenausleihungen blieben mit rund 8,6 Milliarden Franken hingegen praktisch stabil. Die SHKB verfolgt nach eigenen Angaben im Finanzierungsgeschäft weiterhin eine selektive Wachstumsstrategie mit Fokus auf Kreditqualität und Risikomanagement. 

Investitionen in Digitalisierung und Hauptsitz

Der Geschäftsaufwand nahm um bemerkenswerte 5,5 Prozent auf 37,9 Millionen Franken zu; laut der Schaffhauser Kantonalbank erfolgt diese Steigerung planmässig. Grund dafür sind strategische Investitionen: Im laufenden Jahr wurden unter anderem ein neues Anlageberatungstool sowie das neue Mobile Banking eingeführt. Ins Gewicht fallen im Weiteren höhere IT-Kosten. 

Hauptsitz Schaffhauser Kantonalbank
Der Hauptsitz der Schaffhauser Kantonalbank wird ab nächstem Jahr einer Renovation unterzogen. (Bild: zVg)

Parallel dazu schreitet die Erneuerung des Hauptsitzes voran. Ab Herbst 2027 wird die Bank für rund drei Jahre in zwei Provisorien umziehen. Dort sollen neue Beratungs- und Kundenkonzepte getestet werden, bevor der modernisierte Hauptsitz bezogen wird. 

Verhaltener Ausblick

Für das Gesamtjahr bleibt die Schaffhauser Kantonalbank trotz des anhaltenden Tiefzinsumfelds vorsichtig optimistisch. Eine Zinserhöhung bis Ende Jahr erwartet sie nicht. Die positive Entwicklung im Anlagegeschäft, die Diversifikation der Ertragsquellen sowie die solide Kapitalbasis sollen jedoch dazu beitragen, den eingeschlagenen Wachstumskurs fortzusetzen.