«Nur» 3,35 Millionen Dollar für den berühmtesten Fussball
Im Viertelfinale der Argentinier gegen England hatte Maradona in der 51. Minute das 1:0 erzielt, indem er den Ball mit legendärer «Hand Gottes» über den englischen Schlussmann Peter Shilton hinweg ins Tor bugsierte. Vier Minuten später startete er einen absolut spektakulären Sololauf aus der eigenen Hälfte, den er mit dem 2:0 abschloss. Dieser Treffer wurde von der FIFA später zum «Tor des Jahrhunderts» gewählt.
Das Duell der beiden grossen Fussballnationen war damals wegen des Falklandkrieges vier Jahre zuvor politisch höchst aufgeladen. Maradona hat über sein Handstor später gesagt, es sei die Rache für Falkland gewesen: «Es war, als hätten wir ein Stück Falkland zurückgewonnen. Dass mein Tor streng genommen ein Betrug war, machte es nur umso schöner. Wir hatten die Engländer wie Taschendiebe ausgeraubt.»
Direkt nach dem Spiel wichtigen Spiel auf dem Weg zum WM-Titel hatte er noch erklärt: «Es war ein bisschen die Hand Gottes und ein bisschen Maradonas Kopf.»
Das Trikot war deutlich teurer
Der Ball war mehrere Jahrzehnte im Besitz des tunesischen Schiedsrichters Ali Bin Nasser. Er hatte die Partie am 22. Juni vor 40 Jahren im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt geleitet und durfte ihn damals behalten. Vor vier Jahren liess er sich sein spezielles Souvenir zu Geld machen und versteigerte ihn in London für 2,37 Millionen Dollar.
Nun machte er einen zweiten Menschen reicher. Der Adidas Azteca erzielte bei der amerikanischen Heritage Auctions einen Verkaufspreis von 3,35 Millionen Dollar. Allerdings hatten die Versteigerer sogar mit Geboten von bis zu zehn Millionen US-Dollar gerechnet. Das Startgebot lag bei 2,5 Millionen Dollar und offenbar war danach nicht nur beim Ball die Luft draussen.
Deutlich teurer war vor vier Jahren übrigens das Trikot des genialen Argentiniers. Steve Hodge, der englische Verteidiger, der vor dem Handstor den fatalen Abwehrfehler beging, konnte nach dem Spiel das begehrte Trikot tauschen. «Diego Maradona The Hand of God & Goal of the Century World Cup Match Worn Shirt», brachte zwei Jahre nach dem Tod des Fussballers bei Sotheby’s unglaubliche 9,3 (!) Millionen Dollar, deutlich mehr als erwartet worden war.
Kein Ballrekord
«Es ist, einfach gesagt, der berühmteste Ball in der Geschichte der beliebtesten Sportart der Welt», hatte das Aktionshaus vor der Versteigerung noch geworben. Für einen Rekord als teuerster Ball der Geschichte hat es aber nicht gereicht. Für das Spielgerät, mit dem der japanische Baseballspieler Shohei Ohtani für die Los Angeles Dodgers seinen 50. Homerun geschafft hatte, zahlte ein «Sammler» vor zwei Jahren gleich 4,39 Millionen US-Dollar.














