Schweiz-Start: Denza haut auf die Pauke
Rund 150 Journalisten und Content Creators aus der Schweiz und dem europäischen Ausland waren ins Zürcher «The Dolder Grand» geladen. Anlass war der offizielle Marktstart von Denza in der Schweiz.
Denza ist die Premium-Marke des chinesischen Autokonzerns BYD. Sie entstand schon 2010 als Joint Venture mit Daimler. In der Schweiz sind ab sofort vier Modelle bestellbar: der Gran Turismo Z9GT, der Siebensitzer-VAN D9, der Supersportwagen Denza Z (finews berichtete über die Lancierung in Goodwood) und der Geländewagen BAO 5.

Der Mann für den Ausbau: Neuer BYD Country Manager Ferdinando D'Apice. (Bild: Denza)
Rekordjagd zum Katalogpreis
Erstmals physisch ins Land gekommen ist zum Marktstart auch der Denza Z – und mit ihm das mit Spannung erwartete Pricing. Der vollelektrische Supersportwagen leistet bis zu 1'604 PS, beschleunigt in der Racing-Variante in 1,96 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht in der Spitze 380 km/h. Kostenpunkt für dieses Top-Modell: 179'900 Franken. Das Coupé beginnt bei 149'900, der Spider bei 164'900 Franken.
Für einen Wagen dieser Leistungsklasse sind das hochkompetitive Zahlen. Und sie sind kein Ausreisser: Der Gran Turismo Z9GT ist als Elektroversion mit über 1'150 PS ab 115'000 Franken zu haben, als Super Hybrid ab 101'000 Franken. Der D9 startet bei 79'900 Franken. Dazu kommen acht Jahre Garantie – zwei mehr als im übrigen Europa – und sechs Jahre kostenlose Wartung.

Luxus-Offensive aus dem Reich der Mitte: Interieur des Z9GT (Bild: zVg)
Der Geländewagen kommt nach
Angekündigt wurde zudem der BAO 5, ein Plug-in-Hybrid-Geländewagen mit 544 PS, 835 Kilometern kombinierter Reichweite und einem Leiterrahmen samt sperrbaren Differenzialen. Preis: ab 77'900 Franken, in der Topversion ab 87'900 Franken.
Für Testfahrten standen in Zürich der Z9GT und der D9 bereit. Die ersten Kundenfahrzeuge sollen in den kommenden Wochen schrittweise eintreffen.

Hybrid mit 544 PS ab 77'900 Franken: Neuer Denza-Geländewagen BAO 5. (Bild: Denza)
Ein Turiner Ingenieur an der Front
Die Offensive in der Schweiz verantwortet seit dieser Woche ein neuer Mann: Ferdinando D’Apice ist neuer Country Manager von BYD Schweiz. Der Automobilingenieur, der am Politecnico di Torino (der traditionellen Kaderschmiede der italienischen Autoindustrie) abschloss, kam 2025 als Head of Marketing zum Konzern und war zuvor unter anderem für die frühere Fiat-Chrysler-Gruppe und für Pirelli tätig.
In Zürich liess er sich mit einer selbstbewussten Ansage vernehmen: «Wir sind nicht nur gekommen, um zu bleiben, sondern um das Premiumsegment zu erobern – in Europa und in der Schweiz.»
Ausbau des Händlernetzes
Die Infrastruktur dafür ist noch schmal. Derzeit verfügt Denza in der Schweiz über drei Verkaufsstandorte, in Zürich, Genf und St. Gallen. Bis Ende Jahr soll sich diese Zahl auf sechs verdoppeln.
Bleibt die Frage nach dem Produkt. Die kurze Testfahrt im Z9GT DM (dem Super Hybrid, also) förderte völlig neue Eindrücke zutage, die wir noch bei keinem chinesischen Hersteller gesehen hatten: ein sehr luxuriöses, hochwertiges Interieur, angenehme Fahreigenschaften und erstaunliche Technik – der kleine Wendekreis und die Manövrierfähigkeit dank «Crab Walk» und «Compass Turn 360°» überraschen bei diesem GT in XXL-Abmessungen positiv.

Fast 5,3 Meter langer Siebensitzer Denza D9. (Bild: Denza)
Trotz angenehm direkter Lenkung lässt sich aber eine gewisse Behäbigkeit des Automobils nicht abstreiten. Die Elektromotoren, die auf sich alleingestellt eine WLTP-Reichweite von über 200 Kilometern haben, verleihen ihm zwar aus dem Stand eine schöne Dynamik, bei Zuschaltung des 2,0-Liter-4-Zylinder-Turbo passiert aber weniger als vielleicht wünschenswert wäre.
Andererseits: Das Auto ist kein Rennwagen und will das auch nicht sein.
Ein Tag für die Geschichtsbücher
Ein sehr guter, unendlich bequemer Gran Turismo auf technischem Non-Plus-Ultra-Stand für lange Fahrten ist er allemal. Die Aussendimensionen (5,2 Meter breit, 2 Meter breit) und das Gewicht (2'810 Kilogramm für den Hybrid, 2'895 Kilo für die vollelektrische Fassung) lassen aber vermuten, dass das Auto nicht primär für europäische Strassen gezeichnet wurde. Für den noch grösseren D9 (5,25 × 1,96 Meter) gilt das in Extremis.
Der Markteintritt von Denza wird in die Geschichtsbücher des Schweizer Automarkts eingehen. Wie genau, das wird sich bald an den Zulassungszahlen ablesen lassen.














