Ersparniskasse Rüeggisberg redet im Abschluss Klartext
Im Reigen der Bankenabschlüsse spielen sie natürlich nicht die erste Geige, aber zur Orchestermusik gehören bekanntlich auch die feineren Töne, die manchmal sogar klarer sind. Am Dienstag hat mit der Ersparniskasse Rüeggisberg (EKR) ein weiteres regional verankertes Institut seine Zahlen für 2025 vorgelegt.
Im Zinsgeschäft konnte sich die Berner Regionalbank steigern: Der Bruttoerfolg erreichte 5,1 Millionen Franken, ein Plus von 14,6 Prozent gegenüber Vorjahr. Im kleinen Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg der Erfolg um 29,3 Prozent auf 220'000 Franken, im noch kleineren Handelsgeschäft wurden 56'000 Franken (–8,5 Prozent) erwirtschaftet.
Kosten unter Kontrolle
Der Geschäftsaufwand nahm mit 1,4 Prozent nur geringfügig auf 2,8 Millionen zu. Der Geschäftserfolg betrug 3,5 Millionen Franken (+29 Prozent), der nach einer grösseren Zuweisung an die Reserven resultierende Gewinn 413'000 Franken (+1,5 Prozent).
Die Kundenausleihungen wuchsen mit 6,4 Prozent noch kräftiger als die Kundengelder mit 4,3 Prozent. Die Bilanzsumme legte 5,1 Prozent auf 450 Millionen Franken zu.
Wie im Vorjahr beantragt die Genossenschaftsbank der Generalversammlung (die am 21. März über die Bühne geht) eine Ausschüttung von 14 Prozent auf den Anteilscheinen.
Hoher Regulierungsdruck, unzureichende Erleichterungen
Im Jahresbericht vermerkt die Bankleitung, dass der zu einem grossen Teil international getriebene Regulierungsdruck unverändert hoch sei und die Kostensituation der Schweizer Banken negativ beeinflusse. «Die von der Finma in Aussicht gestellten Erleichterungen bei der Umsetzung der Regulierungsflut für kleinere Banken (Kategorie 4 und 5, dazu gehört die EKR) sind aus unserer Sicht leider unwesentlich.»
Im recht ausführlichen Ausblick wird die Geschäftsentwicklung unverändert als sehr erfreulich eingestuft. Dazu habe auch die Filiale in Zimmerwald beigetragen. «Auf dem gesamten Längenberg konnten die schönen Kundenbeziehungen weiter ausgebaut werden.» Am Programm Liquidität gegen hypothekarische Sicherheiten (LGHS) der Schweizerischen Nationalbank will sich die EKR indes nicht beteiligen. «Aufgrund der umständlichen und kostspieligen Umsetzung bei fraglichem Nutzen verzichten wir solange als möglich mit einer Teilnahme am LGHS.»















