Wädenswiler Traditions-Bank glänzt beim Jahresgewinn

Die in Wädenswil am Zürichsee beheimatete Clientis Sparcassa 1816 mag nicht die wichtigste Bank des Landes sein; eine der ältesten ist sie allemal: «1816» im Namen ist kein dekoratives Relikt, sondern Verweis auf eine Gründung in der frühen Industrialisierung – lange bevor es Nationalbanken, Finma oder Kapitalquoten gab.

Wie die Bank am Donnerstag bekanntgab, weist sie für 2025 einen Jahresgewinn von 4,42 Millionen Franken aus. Das entspricht einem Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als 4,34 Millionen Franken erzielt wurden.

Bereits 2024 hatte die Genossenschaftsbank ihren Gewinn um 2,7 Prozent gesteigert. Damit setzt sich die Ertragsstabilität der Regionalbank in einem anspruchsvolleren Zinsumfeld fort.

Bilanz wächst weiter

Die Bilanzsumme erhöhte sich 2025 um 2,9 Prozent auf 1,69 Milliarden Franken. Im Vorjahr hatte sie noch bei 1,64 Milliarden Franken gelegen. Getragen wurde das Wachstum erneut vom Kundengeschäft.

Die Kundenausleihungen nahmen um 3,7 Prozent auf 1,26 Milliarden Franken zu. Bereits 2024 war ein kräftiger Ausbau um rund 45 Millionen Franken verzeichnet worden. Auch die Kundengelder stiegen weiter an – um 5 Prozent auf 1,35 Milliarden Franken. Im Jahr zuvor hatten sie 1,28 Milliarden Franken betragen.

Zinsgeschäft leicht höher – Margendruck bleibt

Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft belief sich 2025 auf 17,48 Millionen Franken und lag damit leicht über dem Vorjahreswert von 17,36 Millionen Franken. 2024 war das Ergebnis gegenüber dem Rekordjahr 2023 zwar zurückgegangen, hatte sich jedoch weiterhin auf hohem Niveau gehalten.

Das aktuelle Resultat widerspiegelt das Umfeld sinkender Leitzinsen. Bereits im Geschäftsbericht 2024 hatte die Bank auf eine weiter rückläufige Zinsmarge hingewiesen und vor deutlich tieferen Zinserträgen gewarnt, bei anhaltend hoher Liquidität.

Eigenkapital auf neuem Höchststand

Das ausgewiesene Eigenkapital (vor Gewinnverwendung) stieg 2025 um knapp 5 Prozent auf 230,6 Millionen Franken. Per Ende 2024 hatte es noch 219,8 Millionen Franken betragen. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 13,4 auf 13,6 Prozent der Bilanzsumme.

Der Geschäftsaufwand stieg 2025 um 4,4 Prozent auf 10,9 Millionen Franken. Entsprechend wuchs die Cost-Income-Ratio von 41,3 auf 42,9 Prozent. Bereits 2024 war der Aufwand moderat gewachsen, insbesondere aufgrund höherer Personal- und Sachkosten.

Geschäftserfolg sinkt – ausserordentliche Erträge stützen Gewinn

Der Geschäftserfolg ging 2025 um 14,4 Prozent auf 10,76 Millionen Franken zurück. Dies ist unter anderem auf höhere Abschreibungen sowie Veränderungen bei Rückstellungen zurückzuführen.

Der ausserordentliche Ertrag erhöhte sich markant auf 2,9 Millionen Franken. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Position liefert die Bank im Kurzbericht allerdings nicht.

Die Sparcassa 1816 ist als Genossenschaft organisiert und gehört zur Clientis Gruppe. Sie ist schwergewichtig im Hypothekargeschäft tätig und finanziert sich primär über Kundengelder. Der Kundengelderdeckungsgrad lag 2025 bei 107,2 Prozent (Vorjahr 105,8 Prozent).

Regionalbank mit starker Kapitalbasis

Mit ihrer kontinuierlich gestärkten Eigenkapitalbasis zählt die Bank schweizweit zu den substanzstärkeren Regionalinstituten. 2025 hatte sie im Retail-Banking-Ranking der Hochschule Luzern den zweiten Platz unter 91 analysierten Banken erreicht.

Angesichts eines weiterhin unsicheren makroökonomischen Umfelds mit möglichen weiteren Zinssenkungen sieht sich die Bank dank hoher Kapitalisierung, regionaler Verankerung und stabilem Kundengeschäft gut gerüstet.