WEF: Davos als Bühne der Eskalation

Welcome to Davos: US-Finanzminister Scott Bessent freute sich «zurück in der Schweiz» zu sein und die grosse Delegation der Amerikaner in Davos anzuführen. Die Beziehungen zur Schweiz seien zurück auf eine sehr gute Basis. So heisse America first, nicht America alone, ergänzte Bessent. 

Von Journalisten auf mögliche «Vergeltungsmassnahmen» der EU wegen Grönland angesprochen, sagte er: «Ich denke, das wäre sehr unklug.» Zudem sagte er: «Ich denke, jeder sollte den Präsidenten bei seinem Wort nehmen.» 

Mahnende Worte an die Adresse des US-Präsidenten richtete unter anderem EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen: «In der Politik wie in der Wirtschaft gilt: Ein Deal ist ein Deal. Wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas bedeuten.» Sie warnte den US-Präsidenten davor, die transatlantischen Beziehungen wegen Grönland in eine Abwärtsspirale zu stürzen. Die von Trump angekündigten Zusatzzölle gegen europäische Alliierte seien ein Fehler, sagte sie in Davos. Die EU werde deswegen entschlossen, aber mit Augenmass reagieren.

Breite Kritik

Praktisch gleich tönt es vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Die Drohungen seien «inakzeptabel». Man könne Zölle nicht als Druckmittel einsetzen, um territoriale Integrität zu untergraben. 

Gavin Newsom, der demokratische Gouverneur Kaliforniens, hat Europas Staats- und Regierungschefs wegen der aus seiner Sicht unterwürfigen Haltung gegenüber US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. «Ich kann diese Komplizenschaft nicht mehr ertragen, wie Leute klein beigeben», sagte der Amerikaner dem britischen Sender Sky News in Davos.