Finanzmuseum knackt Rekord und baut aus

Rund 400 Kinder und Jugendliche aus den Kantonen Zürich, St. Gallen und Bern nahmen an den diesjährigen Wettbewerben und Lernformaten der Swiss Money Week teil– ein Höchstwert seit der Gründung des Museums im Jahr 2017, wie es in einer Mitteilung heisst. Damit nimmt die Förderung von Finanzkompetenz bei jungen Leuten weiter an Fahrt auf.

Im Zentrum stehen Wettbewerbe, die Finanzthemen greifbar machen und in den Alltag der Schülerinnen und Schülern übersetzen sollen. Insgesamt beteiligten sich 22 Schulklassen an den Formaten, die sich am Lehrplan 21 orientieren.

Finanzwissen zum Anfassen

Während sich die jüngeren Teilnehmenden in einem kreativen Collagen-Projekt mit der Bedeutung von Geld auseinandersetzten, wurden die älteren Klassen vor eine praxisnähere Aufgabe gestellt: Sie entwickelten detaillierte Finanzpläne für eine Schulreise – von Transport und Unterkunft bis hin zu Verpflegung und Aktivitäten.

Den Abschluss bildete die Preisverleihung Mitte März. Eine Fachjury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Finanzbranche und Museum prämierte die überzeugendsten Arbeiten mit Beiträgen für die Klassenkasse.

Die Börse zieht ins Klassenzimmer ein

Darüber hinaus schlägt das Finanzmuseum, mit Standort an der Pfingstweidstrasse in Zürich, ein neues Kapitel auf. Gemeinsam mit der Börsenbetreiberin SIX sowie dem Bildungsangebot Iconomix der Schweizerischen Nationalbank lanciert es ein Börsenspiel für Berufs- und Maturitätsschulen. 

Im Schuljahr 2026/2027 sollen Schulklassen während sechs Monaten in Begleitung von Fachleuten auf der Plattform Virtual Alpha eigene Anlagestrategien entwickeln. Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis für Finanzmärkte zu vermitteln und den verantwortungsvollen Umgang mit Geldanlagen früh zu fördern.

Die Preisverleihung ist für März 2027 im Rahmen der nächsten Swiss Money Week vorgesehen. Nach der Pilotphase in der Deutschschweiz ist eine Ausweitung auf die ganze Schweiz geplant.

Grosser Nachholbedarf

Dass solche Initiativen notwendig sind, zeigt der Blick auf aktuelle Studien: Selbst in einem Land mit hoch entwickeltem Finanzsystem wie der Schweiz bleibt das Finanzwissen vieler Jugendlicher begrenzt. Untersuchungen der Universität St. Gallen belegen, dass grundlegende Themen wie Zinsen, Kredite oder Budgetplanung oft nur unzureichend verstanden werden.

Gleichzeitig zeigt sich: Wer früh und praxisnah an Finanzthemen herangeführt wird, trifft später fundiertere Entscheidungen. «Wer früh versteht, wie Geld, Budgetieren und Investieren funktionieren, trifft später bessere finanzielle Entscheidungen», sagt Andrea Weidemann, Leiterin des Schweizer Finanzmuseums.