Immobilien: Inflation und Zinsen werden Richtung vorgeben
«Schweizer Immobilienanlagen haben sich im Jahr 2025 weiter robust gezeigt», sagt Donato Scognamiglio vom Immobilien-Beratungsunternehmen IAZI an der Jahresmedienkonferenz am Montag in Zürich.
Die Wohnungsmieten in der Schweiz sind median 2025 gemessen an der Sollmiete pro Quadratmeter um 3,7 Prozent gestiegen. «Das ist zwar etwas weniger als die 4,5 Prozent im Vorjahr, aber sicher kein Anzeichen einer Entspannung», sagte der IAZI-Präsident.
Der IAZI Swiss Property Benchmark bemisst sich an den Wohn- und Gewerbeimmobilien von Institutionellen Investoren wie Banken, Versicherungen und Pensionskassen. Darunter fallen knapp 15’861 Renditeliegenschaften mit rund 218'000 Mietwohnungen und einem Marktwert von rund 326 Milliarden Franken, wie es weiter heisst.
Sollmietwert +31 Prozent seit 2005
Mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre haben sowohl die Mieten im hohen als auch im tiefen Preissegment zugelegt. Der Medianwert der Sollmiete pro Quadratmeter stieg demnach von 187 Franken im Jahr 2005 auf 245 Franken. Das entspricht einem Anstieg um 31 Prozent.
Bei Büro- und Geschäftsimmobilien betrug der Anstieg der Sollmiete im vergangenen Jahr 7,6 Prozent nach einem Plus von 2,9 Prozent 2024.
Scognamiglio rechnet vorerst nicht mit einer Veränderung beim Referenzzinssatz. «Bis steigende Hypothekarzinsen die Referenzzinsen steigen lassen wird es noch eine Weile dauern.»
Steigende Bewertungen
Die steigenden Mieten führen zudem zu höheren Bewertungen. Zusammen mit dem tiefen Leerstand, der sich bei Wohnen im Landesdurchschnitt auf 2,2 Prozent weiter verringert hat, haben sich die Renditen weiter äusserst konstant entwickelt. Bei den Renditeliegenschaften betrug die Netto-Cashflow-Rendite 2025 unverändert 2,9 Prozent und Bei Büro/Geschäftsliegenschaften 3,1 Prozent nach 3,0 Prozent im Vorjahr.
Bei der Wertentwicklung sei die Korrekturphase überwinden, betont der Immobilienexperte. Hier betrug der Anstieg bei Wohnen 3,9 Prozent nach zuvor 2,5 Prozent und bei Büro/Geschäft 1,7 Prozent nach zuvor -0,7 Prozent.
Initiativen könnten Einfluss haben
«Die 10 Millionen Initiative der SVP könnte ein ziemlich grosser Hebel für den Schweizer Immobilienmarkt sein», sagt Scognamiglio, der als Zürcher Kantonsrat (EVP) auch in der Politik aktiv ist. In der Schweiz trifft eine dynamische Nachfrage auf ein unelastisches Angebot. Statt auf Massnahmen beim Angebot zu setzen ziele die Initiative auf die Nachfrage. «Ich halte die These, dass die Zuwanderung hauptsächlich für die Wohnungsknappheit verantwortlich ist für falsch.» Andere Faktoren wie Angebotselastizität und Zinspolitik seien relevanter.
Als weitere politische Entscheidungen, die in den kommenden Jahren einen Einfluss auf den Immobilienmarkt haben könnten, sieht der IAZI-Chef auch die Wohnschutz-Initiative im Kanton Zürich oder die Totalrevision der Bau- und Zonenordnung in der Stadt Zürich. Seiner Meinung nach würden beide Vorhaben zu eine Bau-Blockade führen.
Beim Marktausblick wird aufgrund der aktuellen Entwicklungen die Inflation und die Auswirkungen auf die Zinsen als grösster Unsicherheitsfaktor gesehen. Immobilien würden aber weiterhin aufgrund der Nachfrage der Anleger nach Sachwerten gefragt bleiben.















