Der Worldline-Abschreiber der SIX trübt das gute Börsenjahr
Die SIX, die Betreiberin der Schweizer (und teilweise der spanischen) Finanzmarktinfrastruktur, spricht in der am Dienstag publizierten Medienmitteilung zum Abschluss 2025 von einem «starken operativen Ergebnis». Wachstumstreiber seien im vergangenen Jahr v.a. höhere Handelsvolumen und Zuwächse bei Marktdaten, Echtzeitdaten, Steuerdienstleistungen und regulatorischen Services, Indizes sowie im Geschäft mit Debitkarten und Rechnungsservices gewesen.
Der Nettobetriebsertrag stieg gegenüber 2024 um 4,7 Prozent auf 1,5 Milliarden Franken. Der EBITDA betrug 542 Millionen Franken (+22,2 Prozent), allerdings ohne «Transformationskosten» von 82 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem Programm «Scale Up 2027». Unter dem Strich resultierte ein Konzernverlust von 314 Millionen, was auf den im November 2025 kommunizierten Abschreiber auf die Worldline-Beteiligung in Höhe von 561 Millionen Franken zurückzuführen ist.
Geringere Personalkosten
Der um Wertanpassungen bereinigte Konzerngewinn habe 247,2 Millionen Franken betragen, was einem Anstieg von 20,9 Prozent gegenüber 2024 entspreche, rechnet die SIX vor.
Die Effizienzmassnahmen scheinen langsam zu greifen. Der Betriebsaufwand ging um 2,6 Prozent auf 954 Millionen Franken zurück (ohne die erwähnten Transformationskosten), dank geringerer Ausgaben für externe Dienstleistungen und das Personal
Transformationsprogramm Scale Up 2027
2025 habe sich die SIX auf ihre Wachstumsstrategie im Rahmen des Transformationsprogramms Scale Up 2027 konzentriert: Neben Massnahmen zur Förderung des Umsatzwachstums seien Geschäftsmodelle harmonisiert, Governance-Strukturen gestrafft und Projekt-, Produkt- sowie Beteiligungsportfolios optimiert worden, hält die SIX fest.
CEO Bjørn Sibbern kommentiert: «Unser Rekordbetriebsergebnis spiegelt das Potenzial, das in unseren vier Geschäftseinheiten liegt. In einem Umfeld rückläufiger Inflation, hoher Marktvolatilität und zunehmender geopolitischer Unsicherheiten, konnten wir dieses nutzen und ein breit abgestütztes Wachstum realisieren. Verlässliche und effiziente Infrastruktur sowie die Umsetzung unseres Transformationsprogramms Scale Up 2027 bleiben unsere Prioritäten, um SIX als führende Anbieterin von Finanzmarktinfrastruktur weiter zu stärken.»
Rücktritt aus dem Verwaltungsrat
Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung (Aktionäre sind rund 120 Banken) am 6. Mai eine gegenüber 2024 unveränderte Dividende von 5.30 pro Aktie vor. Zudem tritt Roger Reist nach drei Jahren als Mitglied des Verwaltungsrats von SIX Ende März zurück. Sein Nachfolger wird ebenfalls an der Generalversammlung gewählt.
Damit bestätigt sich, dass 2025 ein operativ gutes Jahr für die SIX war, diese aber das Kapitel Altlasten noch nicht ganz hinter sich hat.













