Die SIX profitiert vom guten Börsenjahr, kämpft aber immer noch mit Altlasten
Die SIX Group, die Betreiberin der Schweizer (und zum Teil auch der spanischen) Finanzmarktinfrastruktur, hat ein betrieblich bewegtes Jahr hinter sich. Am 1. Januar 2025 hatte Bjørn Sibbern als neuer CEO das Ruder übernommen.
Bereits Ende Januar schieden mit Javier Hernani (der die spanische Börse BME in den Konzern brachte) und Chief Risk Officer Jochen Dürr zwei Schwergewichte Knall auf Fall aus der Leitung und der SIX aus.
Aufräumen, abbauen und wachsen
An der Medienkonferenz zum Jahresergebnis 2024 im März gab Sibbern den Tarif durch. Er kündigte an, das Wachstum zu beschleunigen, die Profitabilität zu steigern und eine strengere Kostendisziplin durchzusetzen. Rund 150 Stellen könnten dadurch wegfallen, hiess es damals.
Ende Mai wurde bekanntgegeben, dass Verwaltungsratspräsident Thomas Wellauer seine Amtszeit an der Generalversammlung 2026 beenden werde. Sein Nachfolger ist André Helfenstein, der das Amt allerdings bereits Anfang dieses Jahr übernommen hat, wie im Dezember publik wurde.
Die Worldline-Saga
Ende Juli präsentierte die SIX ihren Halbjahresabschluss – und musste erneut einen Abschreiber von knapp 70 Millionen Franken auf ihrer Beteiligung am Sorgenkind Worldline vornehmen.
Die Beteiligung am französischen Zahlungsdienstanbieter wurde im November offiziell heruntergestuft und ist nun nur noch finanzieller und nicht mehr strategischer Natur. Entsprechend verzichtete die SIX darauf, an der Kapitalerhöhung teilzunehmen. Zudem gab sie bekannt, dass sich die mit Worldline verbundenen Wertberichtigungen 2025 auf 550 Millionen Franken summieren würden.
Endlich wird integriert
Und Anfang Dezember kündigte die SIX (geschlagene fünf Jahre nach der Übernahme der spanischen Börse BME) an, Skaleneffekte nutzen und Prozesse optimieren zu wollen. Im Klartext: Endlich sollen kostspielige Doppelspurigkeiten beseitigt werden. Die beiden Clearinghäuser SIX x-clear und BME Clearing werden daher zur SIX Clearing mit Sitz in Madrid zusammengelegt.
2025 schaffte es die SIX, ihre Konzernleitung grundlegend zu erneuern und den Umgang mit der Worldline-Beteiligung zu regeln. Dagegen dürften die Effizienz- und Sparprogramme sowie die zu lange aufgeschobene operative Integration der BME auch das laufende Jahr prägen.
Börsenentwicklung beflügelt den Handel
Immerhin verlief das vergangene Jahr in einem der Kerngeschäftsbereiche rund, wie eine Mitteilung der SIX vom Montag bestätigt.
Die günstige Marktentwicklung beflügelte den Börsenhandel. Die SIX erzielte in der Schweiz und in Spanien einen Umsatz von 1'627 Milliarden Franken, ein Plus von 15,5 Prozent zum Vorjahr. Auch die Zahl der Abschlüsse nahm mit 8,9 Prozent kräftig zu (rund 85 Millionen).
ETF-Segment im Jubiläumsjahr auf Rekordkurs
Im Heimmarkt sticht das Wachstum im Segment der Exchange Traded Funds (ETF) von 47,6 Prozent heraus (124 Milliarden Franken). Bei den Aktien (875 Milliarden) beträgt das Plus 10,5 Prozent, bei den Obligationen (127 Milliarden) 4,8 Prozent. Insgesamt erreichte das Handelsvolumen 1'135 Milliarden Franken (+12,8 Prozent).
Das Hoch im ETF-Segment fällt ausgerechnet auf ein Jubiläumsjahr. Im September 2000 war der allererste ETF an der SIX Swiss Exchange kotiert worden. Zum Segment zählen auch die verwandten Exchange Trade Products (ETP), die aus regulatorischen Gründen oft für Kryptowährungen eingesetzt werden. Gemäss SIX beziehen sich 214 der insgesamt 266 ETP auf Bitcoin & Co.
Starkes Umsatzwachstum in Spanien
Noch kräftiger als hierzulande wuchs der Umsatz mit 24,3 Prozent an der BME, die aber mit 525 Milliarden Euro weiterhin nicht die Hälfte des Schweizer Gewichts auf die Waage bringt. Fast schon stürmisch fiel das Wachstum in Spanien im Obligationensegment aus (139 Milliarden Euro, +34,1 Prozent).
In ihrer Mitteilung verweist die SIX auch auf die Unternehmen, die Aktien an der Börse kotieren liessen, also quasi auf die «Blutauffrischung» für den Aktienmarkt. Über 20 Unternehmen hätten vergangenes Jahr entweder in der Schweiz oder in Spanien für Börsengänge oder Kapitalerhöhungen genutzt. Der Börsengang von SMG Swiss Marketplace Group war immerhin der zweitgrösste in Europa überhaupt.
Allzeithoch im Anleihenbereich
Auch die Statistik zu den Pendants am Obligationenmarkt, der Kotierung neuer Anleihen, fällt erfreulich aus. An SIX Swiss Exchange sei mit mit 558 Anleihenkotierungen (+18 Prozent) und einem Volumen von 124 Milliarden Franken (+15 Prozent) ein Allzeithoch verzeichnet worden.
Und selbst bei den strukturierten Produkten – einem Markt, der etwas in einer Nische gefangen zu sein scheint, was auch im mageren Umsatzwachstum von 1,8 Prozent zum Ausdruck kommt – gab es einen Rekord.« Im Verlauf des Jahres 2025 wurden 169’099 Produkte kotiert, 52,6 Prozent mehr als im vorherigen Rekordjahr mit 110’870.»















