Verband der Vermögensverwalter lehnt Finanzplatz-Initiative ab

Der Verband der Schweizer Vermögensverwalter (VSV) hat in einer Stellungnahme auf die negativen Auswirkungen der Finanzplatz-Initiative hingewiesen. Der Verband lehnt die Initiative ab und warnt vor den Folgen.

So hätte etwa die Annahme zur Folge, dass Schweizer Vermögensverwalter keine Anlageberatungs- oder Vermögensverwaltungsdienstleistungen an Unternehmen im Ausland erbringen dürfen, wenn diese in der Erschliessung und der Förderung neuer sowie der Ausweitung des Abbaus bestehender fossiler Energievorkommen aktiv sind.

Negative Folgen für Anlegerinnen und Anleger

«Noch schwerer wiegt jedoch, dass die Initiative spürbare negative Folgen für Anlegerinnen und Anleger aller Art mit sich bringt« heisst es in einer Mitteilung des VSV vom Mittwoch. Die Initiative verlange auch das Verbot von Anlagen in ausländische Unternehmen die entsprechend in fossiler Energie involviert sind. Das betreffe auch die Ausübung von Vermögensverwaltungsmandaten und der Erbringung von Anlageberatung. Das Verbot betreffe nicht nur Direktanlagen in solche Unternehmen verboten werden, sondern auch Anlagen in in- und ausländische kollektive Kapitalanlagen und ähnliche Finanzinstrumente.

Der Verband warnt vor einer Einschränkungen der Anlagemöglichkeiten und der Beeinträchtigung der Diversifikation von in der Schweiz betreuten Portfolios. Das würde die Anlagerisiken erhöhen, die Auswahl an Investitionsmöglichkeiten einschränken, die Kosten in die Höhe treiben und folglich die Renditen schmälern.

Institutionen der Alters- und Gesundheitsvorsorge besonders betroffen

Bei einer solchen Verschlechterung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Vermögensanlage in der Schweiz würden viele Investoren dem hiesigen Finanzplatz den Rücken kehren. Besonders betroffen wären aber Anleger, die durch gesetzliche Vorgaben dazu gezwungen sind, ihre Anlagen in erheblichem Mass in der oder über die Schweiz zu tätigen. Das seien primär die Institutionen der Alters- und Gesundheitsvorsorge.

«Der zusätzliche regulatorische Eingriff auf der Ebene der Finanzwirtschaft, insbesondere der Vermögensverwaltung und Anlageberatung, ist unnötig und schädlich für die Schweizer Wirtschaft», lautet das Fazit des VSV.

Die Finanzplatz-Initiative fordert eine ökologisch nachhaltige Ausrichtung des Schweizer Finanzplatzes. Die Schweizer Finanzmarktteilnehmer sollen ihre Geschäftstätigkeiten an internationalen Klima- und Biodiversitätszielen ausrichten und dabei direkte und indirekte Emissionen sowie Biodiversitätsauswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigen. Zu diesem Zweck sollen u.a. Finanzierungs- und Versicherungsdienstleistungen, die der Erschliessung und Förderung fossiler Energievorkommen dienen, verboten werden.