Weshalb DNB gleichzeitig auf die Schweiz und Spanien setzt
Wer in Norwegen über Banken oder Vermögensverwaltung spricht, kommt an DNB kaum vorbei. Die grösste Bank des Landes und ihr Asset-Management-Geschäft gehören zu den bekanntesten Finanzmarken des Landes. In der Schweiz dagegen befindet sich die Gruppe noch im Aufbau.
DNB Asset Management, das bereits seit längerem auf dem europäischen Festland präsent ist, hat seine Position im Schweizer Markt vor einem Jahr mit der Eröffnung eines Büros weiter gestärkt, während DNB Bank bereits seit zwei Jahren vor Ort vertreten ist. Nun tritt das Unternehmen in die nächste Phase seiner Expansionsstrategie ein.
«Wir haben unsere erste Präsenz erfolgreich etabliert und das Team von Zürich und Genf aus aufgebaut», sagte Amra Koluder, Managing Director und Leiterin International Clients and Distribution bei DNB Asset Management, in einem Interview mit finews.
Von Banken zu Family Offices
In einem ersten Schritt konzentrierte sich DNB vor allem darauf, Beziehungen zu Schweizer Banken und Finanzinstituten aufzubauen. Nun sollen weitere Kundengruppen erschlossen werden.
«Wir verfolgen einen schrittweisen Ansatz. Unsere nächste Priorität besteht darin, mehrere thematische und Enhanced-Lösungen auch institutionellen Investoren in der Schweiz anzubieten. Wir sehen eine starke Nachfrage nach diesen Produkten», sagte Amra Koluder gegenüber finews.

Der Zürcher Limmatquai – hier ist DNB seit einem Jahr mit einem eigenen Büro präsent. (Bild: Shutterstock)
Zu den Zielkundengruppen zählen Banken, institutionelle Investoren, externe Vermögensverwalter (EAMs) sowie Family Offices – allesamt Akteure, die eine zentrale Rolle im Schweizer Finanzökosystem spielen.
Der Markteintritt unterscheidet sich dabei deutlich von der Situation im Heimmarkt. Während DNB in Norwegen nahezu jeder kennt, muss sich die Gruppe in der Schweiz zunächst Bekanntheit erarbeiten.
«Der Aufbau unserer Marke in der Schweiz und international ermöglicht es uns, uns selbst aus einer externen Perspektive zu betrachten. Das zwingt uns dazu, unser Selbstverständnis und jene Merkmale klarer herauszuarbeiten, die unsere Marke tatsächlich einzigartig machen», sagte Amra Koluder.
Zwei Märkte, zwei Strategien
Die Schweiz ist jedoch nur ein Teil einer grösseren europäischen Wachstumsstrategie. Parallel dazu hat DNB Asset Management vor rund eineinhalb Jahren auch seine Präsenz in Spanien ausgebaut.
Dass beide Märkte nahezu zeitgleich erschlossen werden, ist kein Zufall.
Die Schweiz zählt zu den bedeutendsten Asset-Management-Standorten Europas. Der Markt ist international geprägt und bietet Zugang zu institutionellen Investoren, Family Offices und Vermögensverwaltern aus aller Welt. Gleichzeitig gelten die Eintrittshürden als hoch und der Wettbewerb als intensiv.

Madrid – fast zeitgleich mit Zürich lancierte DNB den Markteintritt in Spanien. (Bild: Shutterstock)
Spanien präsentiert sich dagegen als Wachstumsmarkt. Der Fonds- und Vermögensverwaltungssektor hat dort in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Immer mehr Anleger verlagern ihre Ersparnisse von traditionellen Bankeinlagen in Anlage- und Fondslösungen.
Für DNB ergänzen sich beide Märkte ideal: Die Schweiz bietet Zugang zu anspruchsvollen professionellen Investoren, während Spanien zusätzliche Wachstumschancen im Fondsvertrieb eröffnet.
Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede
Trotz der unterschiedlichen Marktstrukturen sieht Kolunder bemerkenswerte Parallelen zwischen Norwegen und der Schweiz.
«Die Schweiz und Norwegen haben viel gemein. Es sind wohl die beiden Länder in Europa, die am meisten Gemeinsamkeiten aufweisen», sagt sie.
Beide Länder verfügen über stabile politische Systeme, eine starke Wirtschaft, hohe Sparquoten und eine ausgeprägte Vermögensverwaltungs-Kultur. Zudem geniessen sowohl die Schweiz als auch Norwegen international einen Ruf als verlässliche und langfristig orientierte Finanzplätze.
Langfristiges Engagement
DNB verfolgt dabei keinen kurzfristigen Expansionskurs. Vielmehr soll die Präsenz ausserhalb Skandinaviens Schritt für Schritt ausgebaut werden.
Der Aufbau eines neuen Marktes benötige Zeit, insbesondere in einem etablierten Finanzzentrum wie der Schweiz. Die Verantwortlichen zeigen sich jedoch überzeugt, dass die Voraussetzungen stimmen.
Mit dem Ausbau des Teams in Zürich und Genf sowie der geplanten Lancierung weiterer Lösungen für institutionelle Kunden hat für DNB Asset Management die nächste Etappe auf dem Schweizer Finanzplatz bereits begonnen.














