Westschweizer Finanzbroker steigert Gewinn zweistellig

Die an der SIX kotierte Compagnie Financière Tradition (CFT) hat im ersten Halbjahr 2026 einen Konzerngewinn von 79,1 Millionen Franken erzielt, wie den am Freitag veröffentlichten Zahlen zu entnehmen ist. Gegenüber den 70,2 Millionen Franken der Vorjahresperiode entspricht dies einem Anstieg von 12,6 Prozent.

Zu konstanten Wechselkursen wäre das Plus mit 22,5 Prozent sogar deutlich höher ausgefallen. Auch der Gewinn je Aktie entwickelte sich positiv: Er erhöhte sich um 14,1 Prozent von 9.14 auf 10.43 Franken.

Starker Franken hinterlässt Spuren

Die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber zahlreichen Währungen – insbesondere gegenüber dem Dollar und dem japanischen Yen – hatte einen erheblichen Einfluss auf die in Franken ausgewiesenen Zahlen.

Unter Einbezug der anteiligen Joint Ventures erhöhte sich der Umsatz deshalb nominal lediglich um 2,2 Prozent auf 646,2 Millionen Franken. Zu konstanten Wechselkursen resultierte dagegen ein Wachstum von 10,4 Prozent.

Das Kerngeschäft Interdealer Broking (IDB) steigerte den Umsatz währungsbereinigt ebenfalls um 10,4 Prozent auf 623,3 Millionen Franken. Das Geschäft mit japanischen Retailkunden wuchs zu konstanten Wechselkursen um 8,9 Prozent auf 22,9 Millionen Franken. Im Bereich Daten und Analytics verzeichnete Tradition ein zweistelliges währungsbereinigtes Wachstum.

Profitabilität verbessert

Auch beim operativen Ergebnis zeigt sich der Währungseffekt. Der Ebitda inklusive Joint Ventures erreichte 120,1 Millionen Franken nach 114,7 Millionen Franken im Vorjahr.

Nominal entspricht dies einem Anstieg von 4,8 Prozent, zu konstanten Wechselkursen dagegen einem Plus von 13,8 Prozent. Allein der negative Währungseffekt auf den Ebitda belief sich auf 9,5 Millionen Franken.

Gleichzeitig verbesserte sich die Ebitda-Marge von 18,1 auf 18,6 Prozent.

Bei den nach IFRS ausgewiesenen Zahlen ohne anteilige Konsolidierung der Joint Ventures erhöhte sich der Umsatz um 3,1 Prozent auf 597,8 Millionen Franken. Der operative Gewinn blieb mit 88,0 Millionen Franken praktisch unverändert. Währungsbereinigt hätte er um 7,4 Prozent zugelegt.

Joint Ventures liefern mehr Gewinn

Positiv entwickelte sich auch der Ergebnisbeitrag der assoziierten Gesellschaften und Joint Ventures. Dieser stieg von 12,1 auf 16,1 Millionen Franken. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Plus von 51 Prozent.

Tradition führt den Anstieg insbesondere auf die erfolgreiche Integration der Money Partners Group durch Gaitame sowie die starke Geschäftsentwicklung zurück.

Die Steuerbelastung sank gleichzeitig von 21,9 auf 20,4 Millionen Franken. Die effektive Steuerquote reduzierte sich von 26,1 auf 23,4 Prozent.

Mehr Investitionen in Digitalisierung und KI

Für die weitere Entwicklung setzt Tradition vor allem auf organisches Wachstum. Dazu sollen gezielt zusätzliche Mitarbeitende im Front Office eingestellt und das Angebot in den verschiedenen Regionen ausgebaut werden.

Gleichzeitig will das Unternehmen weiter in die Digitalisierung des Brokerage-Geschäfts, hybride Lösungen sowie seine Daten- und Analysekapazitäten investieren. Dabei sollen auch die eigenen Kompetenzen in Data Science und künstlicher Intelligenz stärker zum Einsatz kommen.

Diese Technologien sollen sowohl das Front Office weiterentwickeln als auch Prozesse in den unterstützenden Funktionen effizienter machen.

In mehr als 30 Ländern präsent

Das konsolidierte Eigenkapital belief sich Ende Juni auf 514,4 Millionen Franken nach 511,5 Millionen Franken Ende 2025. Die Eigenkapitalrendite lag im ersten Halbjahr bei 16,1 Prozent.

Die Netto-Liquidität einschliesslich des Anteils an den Joint Ventures erreichte 265,8 Millionen Franken.

Compagnie Financière Tradition gehört zu den weltweit grössten Interdealer-Brokern für Finanz- und Rohstoffprodukte. Das Lausanner Unternehmen beschäftigt mehr als 2’500 Mitarbeitende und ist in über 30 Ländern vertreten. Die Aktien werden an der SIX Swiss Exchange gehandelt.