Hat persönliche Beratung Zukunft? – Das sagen 13 Bankenchefs

Anke Bridge Haux, CEO, LGT Bank Switzerland:


Sparringpartnerin: Anke Bridge Haux. (Bild: zVg)

Die persönliche Anlageberatung wird sich weiterentwickeln, bleibt aber gerade für sehr vermögende Kundinnen und Kunden ein zentraler Bestandteil. Technologie und künstliche Intelligenz übernehmen zunehmend standardisierte Aufgaben wie Analyse, Administration und Reporting. Das schafft Effizienz, eröffnet neue Möglichkeiten und stärkt die Qualität der Beratung.

Gleichzeitig nimmt die Komplexität auf Kundenseite weiter zu. Internationale Vermögensstrukturen, unternehmerische Beteiligungen, Nachfolgefragen oder die Definition eines übergeordneten «Purpose» für das Vermögen führen zu immer anspruchsvolleren Fragestellungen. Hinzu kommt der historisch bedeutende Generationenwechsel: Schätzungen zufolge werden in den kommenden zwei Jahrzehnten weltweit Vermögenswerte in US-Dollar im dreistelligen Billionenbereich übertragen. Dabei geht es selten nur um die Übergabe von Vermögen, sondern ebenso um Unternehmensnachfolge, Family Governance, die Weitergabe von Werten und die langfristige Strukturierung des Vermögens.

Historischer Generationenwechsel

Genau hier liegt die Zukunft der persönlichen Beratung: als langfristiger Partner und strategischer Sparringpartner, der technologische Möglichkeiten gezielt nutzt, Orientierung gibt, Zusammenhänge einordnet und individuelle Lösungen entwickelt. In einer zunehmend digitalen Welt gewinnen Verlässlichkeit, Vertrauen, Expertise und ein tiefes Verständnis für die persönliche Situation der Kundinnen und Kunden weiter an Bedeutung. Gerade vor diesem Hintergrund wird persönliche Beratung aus meiner Sicht selektiver, anspruchsvoller und relevanter.


Lesen Sie auf der nächsten Seite das Statement von Stefan Bollinger, CEO, Julius Bär.