Unicredit vs Commerzbank: Italiener erhöhen Anteil um mehr als 10 Prozent
Im Rahmen eines seit Anfang Mai laufenden Übernahmeangebots haben Anteilseigner inzwischen 10,91 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient, heisst es in einer Mitteilung der Mailänder Unicredit. Damit würde der Anteil von der Italiener von 26,77 auf 37,68 Prozent steigen.
Die Italiener bieten im Rahmen des Übernahmeangebots 0,485 eigene Papiere je Commerzbank-Aktie. Bei der aktuellen Bewertung liegt der Angebotspreis damit gut 2 Euro unter dem Commerzbank-Kurs von 36.80 Euro. Trotzdem waren Unicredit bereits bis zum 2. Juni 7,58 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient worden.
Nach einer internen Analyse stammten diese Papiere überwiegend von Geschäftspartnern von Unicredit, etwa der japanischen Investmentbank Nomura, und nicht von institutionellen Investoren. Die Commerzbank wirft Unicredit deshalb Irreführung vor und hat eine Untersuchung des Sachverhalts durch die deutsche Finanzaufsicht Bafin beantragt.
Kaum Private Anleger
Die angedienten Aktien könnten «nicht als Beleg für eine unabhängige Unterstützung der Aktionärinnen und Aktionäre für das Angebot gewertet werden», schrieb die Bank vergangene Woche. Zudem sagte ein Commerzbank-Sprecher: «Nach den uns vorliegenden Informationen konnte bislang keine einzige Angebotsannahme eines institutionellen Investors identifiziert werden, und die Summe sämtlicher Annahmen durch Privatanleger entspricht einem Aktienanteil von lediglich rund 0,05 Prozent.»
Unicredit reagierte mit einer eigenen Stellungnahme: «Die Schwere der Vorwürfe der Commerzbank, die fortgesetzten Briefings der Presse durch ‹der Commerzbank nahestehende Kreise› sowie die anhaltende Verbreitung zunehmend schwerwiegender und unbegründeter Fehlinformationen machen eine deutliche Stellungnahme erforderlich.»
Die Commerzbank-Führung könne ihren Aktionären eine Ablehnung des Unicredit-Angebots empfehlen. «Sie ist jedoch nicht berechtigt, die Integrität des Angebotsprozesses zu untergraben, indem sie unbegründete Vorwürfe erhebt, laut denen die gesetzlichen Offenlegungen von Unicredit irreführend oder künstlich aufgebläht sind», heisst es unter anderem.
Unicredit hält zahlreiche Derivate
Neben Aktien hält Unicredit weiterhin Finanzinstrumente in Höhe von 3,22 Prozent, welche die Grossbank in Commerzbank-Papiere umwandeln kann. Hinzu kommen wie bisher Derivate in Höhe von 13,19 Prozent, die sich Unicredit in bar auszahlen lassen kann. Diese Derivate würden helfen, «den finalen Beteiligungsgrad gezielt an die Interessen der eigenen Aktionäre anzupassen».
Unicredit war vor zwei Jahren bei der Commerzbank eingestiegen. Vorstandschefin Bettina Orlopp und die deutsche Bundesregierung, die mit 13 Prozent zweitgrösster Aktionär ist, lehnen den Verkauf bisher jedoch strikt ab.















