EFG knackt dank Übernahme die 200-Milliarden-Marke

Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn stieg im ersten Semester auf 184,6 Millionen Franken. Bereinigt um Sondereffekte aus dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 5 Prozent. Die verwalteten Vermögen (Assets under Management) beliefen sich Ende Juni auf 196,3 Milliarden Franken, was einem Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Nach dem Vollzug der Übernahme der Zürcher Privatbank Quilvest am 21. Juli überschritt EFG die Marke von 200 Milliarden Franken, heisst es in einer Mitteilung.

Wieder viel Neugeld

Die Netto-Neugelder erreichten 5,7 Milliarden Franken, was einer annualisierten Wachstumsrate von 6,2 Prozent entspricht und damit über dem strategischen Zielkorridor von 4 bis 6 Prozent liegt. Es war zugleich das 15. Halbjahr in Folge mit positiven Nettozuflüssen. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft in Kontinentaleuropa und dem Nahen Osten mit 2,3 Milliarden Franken sowie im Asien-Pazifik-Raum mit 2,2 Milliarden Franken Neugeldern.

Der Betriebsertrag nahm auf 856,5 Millionen Franken zu. Wachstumstreiber war vor allem das Kommissionsgeschäft: Der Netto-Kommissions- und Dienstleistungsertrag legte um 20 Prozent auf 433,7 Millionen Franken zu. Demgegenüber litt das Zinsengeschäft unter dem tieferen Zinsniveau; die Zinsmarge ging zurück.
Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 71,5 Prozent nach 73,1 Prozent im zweiten Halbjahr 2025. Gleichzeitig erzielte EFG eine Eigenkapitalrendite auf dem materiellen Eigenkapital (Return on Tangible Equity) von 22,4 Prozent und übertraf damit das strategische Ziel von 20 Prozent deutlich. Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg auf 15,0 Prozent, die Gesamtkapitalquote auf 18,3 Prozent.

Mehr Kundenberater

Auch personell setzte EFG den Ausbau fort. Im ersten Halbjahr stellte die Bank 39 Kundenberater (Client Relationship Officers) ein; weitere 33 hatten bis Ende Juni bereits unterschrieben oder ein Vertragsangebot erhalten. Insgesamt beschäftigte EFG per Ende Juni 771 Kundenberater und insgesamt 3'299 Mitarbeitende.

Für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich die Bank trotz geopolitischer Unsicherheiten optimistisch. Nach Einschätzung von EFG dürfte der Druck auf die Zinsmargen nachlassen. Mit der nun erreichten Vermögensbasis von über 200 Milliarden Franken erwartet das Institut eine höhere operative Hebelwirkung und hält an den Zielen des Strategieplans 2026 bis 2028 fest.