Sygnum greift nach dem europäischen Kryptomarkt

Sygnum treibt die Expansion in Europa voran. Mit der Zulassung der Liechtensteiner Tochtergesellschaft als Kryptowerte-Dienstleister (CASP) nach der europäischen Micar-Verordnung erhält das Unternehmen direkten Zugang zum gesamten EU- und EWR-Markt. Die Bewilligung soll insbesondere das Geschäft mit vermögenden Privatkunden, institutionellen Investoren und Banken deutlich beschleunigen.  

Die Lizenz kommt mit dem Auslaufen der Micar-Übergangsphase zum Tragen, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Sygnum Europe wechselt damit in den regulären Betrieb unter dem neuen europäischen Regulierungsrahmen. Das Unternehmen verbindet die Bewilligung mit seiner bestehenden Bankplattform, die auf den Standorten Schweiz, Singapur und Nahost aufbaut und regulatorische Infrastruktur, Handels- und Verwahrungslösungen sowie Dienstleistungen für digitale Vermögenswerte bündelt.  

Fokus auf vermögende Kunden und Institutionelle

Im Zentrum der Wachstumsstrategie stehen vermögende Privatkunden mit achtstelligen Vermögen. Ihnen will Sygnum den Handel sowie die Verwahrung von Kryptowährungen wie Bitcoin in einer regulierten Bankinfrastruktur ermöglichen. Ergänzt wird das Angebot durch Asset-Management-Lösungen wie den hauseigenen Crypto Yield Fund.  

Sygnum-Mitgründer und CEO Mathias Imbach über die nächste Evolutionsstufe des Bankings. Mehr dazu hier.

Auch institutionelle Anleger gehören zu den Zielgruppen. Über die Plattform «Protect» bietet Sygnum eine sogenannte Off-Exchange-Verwahrung an, bei der Handel und Verwahrung strikt getrennt sind. Dadurch soll das Gegenparteirisiko gegenüber Kryptobörsen reduziert werden.  

Banken als wichtiger Wachstumstreiber

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Geschäft mit Banken. Nach Angaben von Sygnum verfügen die meisten der mehr als 5'000 Banken Europas bislang über kein eigenes Angebot für digitale Vermögenswerte. Mit seiner Bank-to-Bank-Plattform will das Unternehmen Finanzinstituten ermöglichen, entsprechende Dienstleistungen schneller und mit geringerem regulatorischem und technischem Aufwand einzuführen.  

Bereits heute arbeiten mehr als 25 Banken mit Sygnum zusammen, darunter auch die Postfinance. Das Unternehmen strebt an, bis 2027 gemessen an der Kundenreichweite eines der größten regulierten Bank-to-Bank-Netzwerke für digitale Vermögenswerte in Europa aufzubauen.  

Simon Schneider, CEO von Sygnum Europe, bezeichnet den direkten Zugang zum europäischen Markt als wichtigen Schritt. «Da traditionelle und digitale Finanzen zunehmend konvergieren, wird Vertrauen Europas wertvollste Währung bleiben», sagt er. Liechtenstein sei dafür mit seinem innovationsfreundlichen regulatorischen Umfeld ein idealer Standort.  

KI soll weiteres Wachstum unterstützen

Parallel zum regulatorischen Ausbau investiert Sygnum verstärkt in künstliche Intelligenz. Nach eigenen Angaben war das Unternehmen die erste regulierte Schweizer Bank, die KI-gestützte Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten unter menschlicher Aufsicht durchgeführt hat.