Freiburger Kantonalbank verdient weniger – Kosten steigen deutlich

Die Freiburger Kantonalbank hat im ersten Halbjahr 2026 einen Reingewinn von 83,9 Millionen Franken erzielt. Das sind 4,6 Prozent oder rund 4 Millionen Franken weniger als in der Vorjahresperiode, wie den am Freitag veröffentlichten Zahlen zu entnehmen ist. 

Deutlicher fällt der Rückgang auf operativer Ebene aus: Der Geschäftserfolg sank um 12 Prozent auf 99,2 Millionen Franken, nach 112,8 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2025. Die Bank erklärte dennoch, der Geschäftserfolg habe ihre Ziele übertroffen. 

Zinsengeschäft verliert an Schwung

Wie bei vielen Retail- und Kantonalbanken hinterlässt das veränderte Zinsumfeld Spuren in der Erfolgsrechnung.

Der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft, der mit Abstand wichtigsten Ertragsquelle des Instituts, sank um 3,2 Prozent auf knapp 150 Millionen Franken. Der Brutto-Zinserfolg ging um 4,3 Prozent zurück.

Damit zeigt sich auch bei der Freiburger Kantonalbank die Kehrseite der veränderten Zinslandschaft: Der Rückenwind, von dem viele Schweizer Banken nach der Zinswende zunächst profitiert hatten, lässt nach.

Insgesamt sank der Geschäftsertrag um 1,6 Prozent auf 182,6 Millionen Franken.  

Kommissionsgeschäft legt zu

Gegenläufig entwickelte sich das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der Erfolg in diesem Bereich stieg um 4,2 Prozent auf 22,8 Millionen Franken.

Besonders das Wertschriften- und Anlagegeschäft entwickelte sich positiv: Die entsprechenden Kommissionserträge legten um 11,2 Prozent auf 12,2 Millionen Franken zu.

Noch kräftiger fiel das Wachstum im Handelsgeschäft aus. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft und der Fair-Value-Option erhöhte sich um 26,5 Prozent auf 6,5 Millionen Franken. Dazu trugen insbesondere Geschäfte mit Devisen, Wechselkursen und Edelmetallen bei. 

Damit konnten die übrigen Ertragspfeiler einen Teil des Rückgangs im dominierenden Zinsengeschäft auffangen – vollständig kompensieren konnten sie ihn jedoch nicht.

Kosten steigen um mehr als 14 Prozent

Besonders ins Auge fällt auf der Aufwandseite die Entwicklung der Kosten.

Der Geschäftsaufwand stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 14,3 Prozent oder 9,7 Millionen Franken auf 77,5 Millionen Franken. Während der Personalaufwand deutlich zunahm, erhöhte sich auch der Sachaufwand um 14,1 Prozent.

Die FKB bezeichnet den Kostenanstieg als im Rahmen ihrer Budgetvorgaben. Dennoch ergibt sich eine auffällige Schere: Während der Geschäftsertrag um 1,6 Prozent zurückging, legte der Geschäftsaufwand um mehr als 14 Prozent zu. Dies erklärt wesentlich, weshalb der Geschäftserfolg mit einem Minus von 12 Prozent deutlich stärker zurückging als die Erträge. 

Kundeneinlagen wachsen

Auf der Bilanzseite zeigt sich ein stabiles Bild. Die Kundenausleihungen beliefen sich auf 24,2 Milliarden Franken und lagen damit 0,4 Prozent unter dem Stand von Ende 2025.

Innerhalb des Kreditbuchs entwickelten sich die einzelnen Positionen allerdings unterschiedlich. Die Hypothekarforderungen stiegen leicht um 0,3 Prozent auf 20,7 Milliarden Franken, während die übrigen Forderungen gegenüber Kunden um 4,2 Prozent zurückgingen. 

Die Kundeneinlagen erhöhten sich dagegen um rund 413 Millionen Franken oder 2,4 Prozent. Zusammen mit den Kassenobligationen beliefen sie sich auf rund 17,9 Milliarden Franken. Die Bilanzsumme wuchs gegenüber Ende 2025 um 0,8 Prozent auf 29,7 Milliarden Franken. 

Kapitalausstattung bleibt komfortabel

Kapitalmässig steht die Freiburger Kantonalbank weiterhin solide da. Die CET1-Kernkapitalquote lag per Ende Juni bei 18,2 Prozent und damit nach Angaben der Bank deutlich über den regulatorischen Anforderungen. Vor der Ausweisung des Halbjahresgewinns stockte die FKB zudem die Reserven für allgemeine Bankrisiken um 10 Millionen Franken auf. 

Für das zweite Halbjahr rechnet die Bank angesichts geopolitischer Unsicherheiten, der Zinsentwicklung und der Spannungen an den Märkten mit einer Fortsetzung der bisherigen Entwicklung. Mit Blick auf ihre Ziele für das Gesamtjahr 2026 zeigt sie sich zuversichtlich.