Short-Seller Michael Burry fliegt unter dem Radar

Die Deregistrierung des Hedgefonds geht aus Unterlagen auf der Webseite der US-Börsenaufsicht SEC vom Donnerstag hervor, wie die Nachrichtenagentur «Reuters» berichtet. Durch die Abmeldung ist der Fonds künftig nicht mehr verpflichtet, Berichte bei der Behörde oder einem Bundesstaat einzureichen.

Auf dem Kurznachrichtendienst X hatte Michael Burry am Mittwoch geschrieben: «Auf zu viel besseren Dingen am 25. November.» Eine Stellungnahme von Scion Asset Management lag zunächst nicht vor. Einer Pflichtmitteilung vom März zufolge verwaltete der Hedgefonds zum damaligen Zeitpunkt ein Vermögen von rund 155 Millionen Dollar.

Burry wurde durch seine Wetten gegen den US-Häusermarkt vor dessen Zusammenbruch 2008 bekannt. Seine Geschichte wurde im Buch «The Big Short» von Michael Lewis behandelt, die auch durch den darauf basierenden gleichnamigen Film Bekanntheit erlangte.

Burry hatte zuletzt mit Kommentaren gegen die hohen Bewertungen der KI-Schwergewichte Palantir und Nvidia Aufmerksamkeit erregt. Die Aktivitäten seines Fonds wurden häufig nach Hinweisen auf potenzielle Marktblasen und überhöhte Bewertungen durchforstet.

«Die Entscheidung Burrys wirkt weniger wie ein Ausstieg, sondern eher wie ein Rückzug aus einem Spiel, das er für grundlegend manipuliert hält», wird Bruno Schneller, Geschäftsführer bei Erlen Capital Management von Reuters zitiert. «Schreiben Sie ihn aber nicht ab, sondern gehen Sie einfach davon aus, dass er eine Weile unter dem Radar agieren wird. Vielleicht wechselt er einfach zu einer Family-Office-Struktur und verwaltet sein eigenes Kapital», fügte Schneller hinzu.