Goldpreis setzt zum Jahresendspurt an

Der Goldpreis hat am Montag kräftig angezogen und hat das bisherige Hoch vom Oktober übertroffen. Im frühen Handel erreichte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) 4’420 Dollar, verglichen mit dem bisherigen Rekord von 4'381 Dollar. Zeitweise war der Preis wieder unter die Marke von 4'000 Dollar gefallen.

Auslöser für den jüngsten Preisschub sind die Spannungen zwischen den USA und Venezuela. US-Präsident Donald Trump hat eine Seeblockade für alle sanktionierten Öltanker angeordnet. Die Regierung des Landes wird von ihm zudem als Terrororganisation eingestuft und er stelle selbst den Einsatz von Bodentruppen in Aussicht.

«Wegen des Diebstahls unserer Vermögenswerte und aus vielen anderen Gründen, darunter Terrorismus, Drogenschmuggel und Menschenhandel, wurde das venezolanische Regime zu einer ausländischen Terrororganisation erklärt», schrieb Trump auf seiner eigenen Plattform «Truth Social».

Das verlieh nicht nur dem Goldpreis Auftrieb. Auch der Ölpreis zog spürbar an, ebenso wie andere Edelmetalle wie Silber oder Platin.

Gold war eine der besten Anlageklassen in diesem Jahr. Mit bisher rund 68 Prozent Wertsteigerung dürfte es der höchsten Jahresgewinn seit 1979 werden. Damals war der Preis für eine Feinunze um 127 Prozent gestiegen.

Silber weist aktuell einen Jahresgewinn von 140 Prozent aus und erreichte ebenfalls ein weiteres Rekordhoch. Der Preis für eine Feinunze stieg am Montag auf knapp 69,50 Dollar.

Geopolitik und Käufe von Notenbanken

Der Goldpreis hatte in diesem Jahr schon viele Treiber. Der Preis profitierte vor allem von seinem Ruf als «sicherer Hafen». Die Unsicherheiten rund um die US-Zoll und -Handelspolitik, Geopolitische Spannungen wie Ukrainekrieg, Israel oder Iran oder auch der Shutdown der US-Regierung im Oktober wurde von den Märkten jeweils als Grund für anziehende Preise gesehen. Zudem sind einige Notenbanken wieder verstärkt als Käufer an den Markt gegangen, etwa die von China.

Auch die Zinspolitik in den USA wird von Marktteilnehmern als Grund genannt. Tiefe Zinsen werden als stützend für den Goldpreis gesehen. Und derzeit stehen bei der Fed die Zeichen auf weitere Senkungen im 2026.