Der «Appetit» auf Aktien kehrte im April zurück

Mit 35,5 Milliarden Euro Netto-Neugeldzuflüssen (NNA) sei der April 2026 der viertstärkste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen, heisst es in einer Mitteilung. Zum Vergleich: Im März waren es aufgrund der grossen Unsicherheiten noch 10 Milliarden Euro gewesen. 

Die Zuflüsse in Aktien-ETFs machten laut Amundi rund 75 Prozent der gesamten Mittelzuflüsse aus. An der Spitze standen dabei Produkte auf All-Country-World-Indizes (ACWI; +11,1 Milliarden Euro) sowie Industrieländer- (+6,8 Milliarden Euro) und US-Indizes (+5,8 Milliarden Euro).

Der fragile Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sowie die Berichtssaison der Unternehmen lösten eine deutliche Erholung aus und stärkten die Nachfrage nach ETFs mit Fokus auf die grössten US-Unternehmen. Gleichzeitig verzeichneten ETFs mit Equal-Weight-Strategien gewisse Abflüsse, da Anleger wieder mehr in Mega-Caps investierten, hiess es dazu.

Die Blockade der Strasse von Hormus und die Auswirkungen auf den Ölmarkt veranlassten die Anleger, ETFs auf alternative Energien (Solar, Wind, Wasserstoff, Kernkraft) in Betracht zu ziehen. Bei Themen-ETFs lagen entsprechend diese Strategien mit Zuflüssen in Höhe von 506 Millionen Euro vorn. Neugelder auf ETFs mit Fokus auf den Verteidigungssektor summierten sich auf 496 Millionen Euro, was etwa der Hälfte des Netto-Neugeldzuflusses im März entspreche.

Deutlich mehr in Staatsanleihen

Anleihe-ETFs verzeichneten im April einen Mittelzufluss von 8,6 Milliarden Euro. Auffallend war im April ein enormes Interesse an Staatsanleihen. So flossen in ETFs auf europäische Staatsanleihen mit 4,7 Milliarden Euro mehr die Hälfte dieser Neugelder. Im März waren es bloss 1,3 Milliarden Euro gewesen.

Bemerkenswert sei zudem, dass Anleger sowohl bei ETFs auf europäische als auch auf US-Staatsanleihen von kürzeren Fälligkeiten auf ein breites Laufband umschichteten, was auf eine neutralere Positionierung nach dem Ausverkauf im März hindeutet. Gleichzeitig verlangsamten sich die Zuflüsse in geldmarktnahe ETFs von 2,5 Milliarden Euro im März auf nur noch 507 Millionen Euro im April.

Viel mehr ESG

Die Zuflüsse in ESG-ETFs haben sich im April auf 4,8 Milliarden Euro summiert, was laut Amundi einer Verdreifachung der Zuflüsse gegenüber dem März darstellt. «Entsprechend dem allgemeinen Markttrend» verzeichneten ACWI-ESG-ETFs die meisten Zuflüsse in Höhe von 3,6 Milliarden Euro. Bei Anleihe-ESG-ETFs dominierten Staatsanleihe-ETF-Strategien mit einem Plus von 992 Millionen Euro.