Europäische ETF: Mehr Geld in US-Aktien, Abflüsse aus Europa
Angetrieben durch die Nachfrage nach Aktien-ETFs lagen die Neugeldzuflüsse im Mai um 35 Prozent höher als im Mai des Vorjahres und leicht über denen des Vormonats mit 35,5 Milliarden Euro, heisst es in einer Amundi Analyse der monatlichen ETF-Mittelzuflüsse im europäischen Markt. Die Zuflüsse der letzten beiden Monate markierten eine Erholung gegenüber März, als wegen der weltweiten Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten nur 10,6 Milliarden Euro neu in ETF’s angelegt worden waren.
Zuflüsse in europäische UCITS-ETF in den ersten fünf Monaten

Quelle: Amundi
Aktien-ETFs: US-Markt und KI im Anlegerfokus
Die Zuflüsse in globale Aktien-ETFs (+11,2 Milliarden Euro) machten im Mai fast die Hälfte der gesamten Netto-Mittelzuflüsse in Aktien-ETFs aus, was den Wunsch der Anleger nach Diversifizierung widerspiegle.
Im Laufe des Mai kam es zu einer Rückkehr zu US-Aktienengagements (+7,7 Milliarden Euro), was einem Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht. Unterstützt durch das anhaltende Interesse am Thema Künstliche Intelligenz dominierten Anlagen in ETFs mit grosskapitalisierten und Technologieaktien. Auch weltweite ETF’s profitierten zuletzt von deutlichen Zuflüssen im Umfang von 5,8 Milliarden Euro. Deutlich kleiner waren die Neugelder, welche in Emerging Markets oder in Asien investiert werden.
Europa verliert viel
Im Gegensatz dazu gab es bei Europa-Aktien-ETFs grosse Mittelabflüsse von mehr als 2,3 Milliarden Euro alleine im Monat Mai. «Nach einem relativ stabilen April und einem positiven Jahresauftakt stellt dies eine bemerkenswerte Verschiebung dar», schreibt Nima Pouyan, Head of Sales, bei Amundi Schweiz.

Quelle: Amundi
Bei Themen-ETFs konzentrierte sich die Nachfrage weiterhin auf KI. Entsprechend flossen Halbleiter-ETFs (+1,1 Milliarden Euro) zu. Gefragt waren auch Infrastruktur-ETFs (+ 0,5 Milliarden Euro), die vor allem von der breiteren Diskussion über strategische Autonomie in Europa profitierten.
Viel fliesst in Staatsanleihen
Anleihe-ETFs verzeichneten mit Zuflüssen von 11,8 Milliarden Euro «erneut einen guten Monat». Seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse in Anleihe-ETFs auf rund 40 Milliarden Euro, was laut Amundi einen Spitzenwert für die ersten fünf Monate seit Beginn der Aufzeichnungen darstellt. ETFs auf Staatsanleihen (+4,5 Milliarden Euro) führten die Entwicklung an, gefolgt von ETFs auf Investment-Grade-Anleihen (+3,2 Milliarden Euro).
Die Nachfrage nach Geldmarkt- respektive geldmarktnahen ETFs (+1,7 Milliarden Euro) zeige, dass Liquidität auch in einem positiven Risikoumfeld weiterhin Priorität hat.
Deutlich mehr High Yield
Anleger hatten weiterhin den Wunsch, ihre Risikostrategie anzupassen und investierten in ETFs auf Hochzinsanleihen (+1,1 Milliarden Euro), was einem Plus gegenüber dem April von 60 Prozent entspricht.
Die Präferenzen hinsichtlich der Duration unterschieden sich je nach Region deutlich. Bei ETFs auf US-Staatsanleihen zeigten Anleger eine klare Präferenz für extrem kurze Laufzeiten (+811 Millionen Euro), was die Unsicherheit hinsichtlich Inflation, Wachstum und dem künftigen Kurs der US-Notenbank unterstreicht. Im Gegensatz dazu neigten ETF-Anleger bei europäischen Staatsanleihen eher dazu, wieder in alle Laufzeitenkategorien zu investieren (+923 Millionen Euro), was auf eine neutralere Haltung hindeutet.















