GAM reduziert den Verlust und drosselt die Kundenabflüsse

Der gefühlt ewige Turnaround-Kandidat GAM, der vor zwei Jahren ein Transformationsprogramm einleitete, hat im ersten Halbjahr 2026 immer noch Geld vernichtet. Aber immerhin sank der bereinigte Verlust vor Steuern gegenüber dem ersten Semester des Vorjahres von 34,1 auf 24 Millionen Franken. Zudem konnten die verwalteten Vermögen gehalten werden. Sie stiegen gegenüber Ende 2025 sogar leicht von 12,5 auf 12,7 Milliarden Franken an, wie der Mitteilung des Asset Managers vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Dass es gelungen ist, den Verlust zu reduzieren, führt GAM «in erster Linie auf die Verringerung der operativen Kostenbasis durch ein schlankeres Betriebsmodell, vereinfachte Prozesse und eine konsequente Kostendisziplin» zurück.

Bereinigt resultiert ein kleiner Nettoneugeldzufluss

Etwas kompliziert wird es im Kapitel Neugeld. GAM verzeichnete Bruttogeldneuzuflüsse von 0,9 Milliarden Franken (Vorperiode: 1,1 Milliarden). Der Nettoneugeldzufluss wird auf 38 Millionen Franken beziffert; im Vorjahr waren noch 3 Milliarden abgeflossen. Diese Zahl ist allerdings bereinigt «um den Abzug von 0,4 Milliarden Franken in einem Segregated Account eines einzelnen Kunden im Zusammenhang mit Restrukturierungsmassnahmen nach einer Fusion».

Erfreulich ist, dass sich die Kundenabflüsse «nur» noch auf 0,8 Milliarden Franken beliefen (Vorperiode: 4,3 Milliarden).

Kreditfazilität noch nicht voll gezogen

GAM verfüge heute über eine niedrigere Kostenbasis, vereinfachte rechtliche und operative Strukturen sowie ein breiteres Spektrum differenzierter Anlagekompetenzen. Zudem wird auf die weiterhin bestehende gesicherte Finanzierungsmöglichkeiten durch die bis Dezember 2027 verfügbare Kreditfazilität über 100 Millionen Franken von Rock Investment verwiesen. Davon waren von GAM per Ende Juni 2026 58 Millionen beansprucht worden.

Group-CEO Albert Saporta kommentiert: «Unsere Ergebnisse für das erste Halbjahr zeigen, dass sich die strategischen Massnahmen der vergangenen zwei Jahre in einer verbesserten Geschäftsentwicklung und einer stärkeren finanziellen Performance niederschlagen. Wir verzeichneten Bruttoneugeldzuflüsse von nahezu 1 Milliarde Franken und erzielten, bereinigt um den Abzug in einem einzelnen Segregated Account eines Kunden im Zusammenhang mit Restrukturierungsmassnahmen nach einer Fusion, positive Nettoneugeldzuflüsse. Das verwaltete Vermögen nahm zu, die Anlageperformance blieb stark, und unser Verlust verringerte sich deutlich. Dazu beigetragen hat insbesondere die Reduktion der Betriebskosten um 17 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. »