Commerzbank setzt «Serie von Rekordergebnissen» fort
Am Donnerstag haben nicht nur der Versicherer Zurich, der Rückversicherer Swiss Re und der Broker CFT ihre Halbjahresabschlüsse vorgelegt, sondern auch eine Bank. Sie hat zwar ihren Sitz nicht hierzulande, betrachtet aber die Schweiz im Firmenkundengeschäft sogar als Teil ihres Heimmarkts.
Die Rede ist von der Commerzbank in Frankfurt, die bekanntlich schon länger als Übernahmeobjekt im Visier der italienischen Unicredit steht. Dazu äussert sich Commerzbank-CEO Bettina Orlopp, die sich lange mit Händen und Füssen gegen die Pläne des gewieften Unicredit-Chef Andrea Orcel gewehrt hat, im Abschluss nur relativ unverbindlich.
«Einbindung aller Stakeholder»
Sie schickt sich ins sehr wahrscheinlich Unvermeidliche, will aber die Verschmelzung zumindest mitprägen: «Auch wenn die Unicredit über eine Mehrheit auf der nächsten Hauptversammlung verfügt, kann sie über wesentliche Strukturmassnahmen nicht allein entscheiden. Das ist ein klarer Gestaltungsauftrag für beide Seiten. Dafür braucht es ein gemeinsames Verständnis des Geschäftsmodells und die Einbindung aller Stakeholder.»
Operativ lief es bei der Commerzbank wiederum rund, man habe «ihre Serie von Rekordergebnissen in der ersten Jahreshälfte 2026 fortgesetzt». Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf den Höchststand von 2,7 Mrd. Euro. Einen Rekordwert erreichte auch das Nettoergebnis (Reingewinn) mit 1,8 Mrd. Euro.
Florierendes Geschäft mit Privaten und Unternehmern
Im Bereich Privat- und Unternehmerkunden konnte das operative Ergebnis von 1,2 auf 1,6 Milliarden Euro gesteigert werden, ein Plus von 33 Prozent. Im Firmenkundengeschäft hingegen resultierte ein Minus von 3,6 Prozent, mit einem Ergebnis von gut 1 Milliarde Euro.
Der Personalbestand hat gegenüber Ende 2026 leicht von 39'867 auf 40'110 Vollzeitstellen zugenommen, wobei die Beschäftigung in Deutschland leicht rückläufig war.
Zinsergebnis gehalten, Provisionsergebnis stark gesteigert
Im Ausblick rechnet die Commerzbank für das Gesamtjahr 2026 weiterhin mit einem Zinsüberschuss von 8,6 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss soll um 7 Prozent wachsen. Zur Einordnung: Für das erste Halbjahr hat die Commerzbank einen Zinsüberschuss von 4,1 Milliarden Euro rapportiert (stabil zur Vergleichsperiode), der Provisionsüberschuss ist hingegen um 8,1 Prozent auf 2,2 Milliarden gestiegen, dank «einem starken Wertpapiergeschäft sowie höheren Erträgen aus dem Zahlungsverkehr und aus Anleihenemissionen, wie unter «Eckdaten» prominent vermerkt wird.
Finanzvorstand Carsten Schmitt kommentiert: «Die starke finanzielle Performance unterstreicht die hohe Ertragskraft unserer Bank. Das dynamische Wachstum des Provisionsüberschusses und unser striktes Kostenmanagement zahlen sich aus. Die Nettoeigenkapitalrendite von 12,6 Prozent im ersten Halbjahr ist ein Rekord. Wir sind auf Kurs, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen.»















