Swiss Life steigert Gewinn und streicht 600 Stellen

Der Reingewinn von Swiss Life stieg in den ersten sechs Monaten um 8 Prozent auf 649 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn erhöhte sich in Lokalwährungen ebenfalls um 8 Prozent auf 967 Millionen Franken. Besonders kräftig entwickelte sich das Fee-Geschäft: Das Fee-Ergebnis legte um 11 Prozent auf 430 Millionen Franken zu, wie es in einer Medienmitteilung vom Dienstag heisst. 

Darin enthalten ist allerdings ein positiver Sondereffekt. Der Transfer des Netzwerkgeschäfts von Swiss Life International an einen Partner steuerte 29 Millionen Franken zum Betriebs- und Fee-Ergebnis sowie 23 Millionen Franken zum Reingewinn bei. Im eigentlichen Versicherungsgeschäft erhöhte sich das Betriebsergebnis um 4 Prozent auf 600 Millionen Franken. 

600 Stellen fallen weg

Neben den Zahlen sorgt vor allem der angekündigte Stellenabbau für Aufmerksamkeit. Bis Ende 2028 will Swiss Life gruppenweit rund 600 Stellen streichen. Je etwa die Hälfte entfällt auf Swiss Life in der Schweiz und auf Swiss Life Asset Managers, dort vor allem auf Standorte im Ausland. 

Ein Teil des Abbaus soll über natürliche Fluktuation erfolgen. Durch die selektive Wiederbesetzung offener Stellen seien bereits rund 100 Stellen weggefallen. Bis Ende dieses Jahres sollen weitere rund 100 Stellen folgen. Als Gründe nennt Swiss Life die Steigerung der operativen Effizienz und die zunehmende Digitalisierung. 

«Gleichzeitig wollen wir auch über 2027 hinaus unser Geschäft nachhaltig ausbauen», sagt CEO Matthias Aellig. Dazu müsse Swiss Life ihre Position und Effizienz stärken und auch die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen. 

Schweizer Geschäft wächst

Im Heimmarkt Schweiz stiegen die Prämieneinnahmen um 7 Prozent auf 6,75 Milliarden Franken. Das Segmentergebnis erhöhte sich um 2 Prozent auf 469 Millionen Franken. Das Fee-Ergebnis blieb mit 27 Millionen Franken praktisch unverändert. Der Cash-Transfer an die Holding ging leicht von 609 Millionen auf 602 Millionen Franken zurück. 

Gruppenweit nahmen die Prämieneinnahmen in Lokalwährungen um 3 Prozent auf 12,3 Milliarden Franken zu. Die Fee-Erträge erreichten 1,34 Milliarden Franken, ein Plus von 7 Prozent. Wachstum lieferten unter anderem eigene und fremde Produkte und Dienstleistungen, Asset Management sowie die eigenen Beraterkanäle. 

Weniger Neugeld bei Asset Managers

Bei Swiss Life Asset Managers stiegen die verwalteten Vermögen im Geschäft mit Drittkunden (TPAM) von 146 Milliarden Franken Ende 2025 auf 158 Milliarden Franken. Die Nettoneugeldzuflüsse gingen dagegen deutlich zurück: Mit 7,2 Milliarden Franken lagen sie rund 45 Prozent unter den aussergewöhnlich hohen 13,2 Milliarden Franken der Vorjahresperiode.

Die Gesamterträge des Asset Managers stiegen dennoch um 5 Prozent auf 519 Millionen Franken, das Segmentergebnis um 4 Prozent auf 152 Millionen Franken. 

Renditeziel bereits übertroffen

Auch bei den zentralen Finanzzielen machte Swiss Life Fortschritte. Die Eigenkapitalrendite stieg von 17,6 auf 20,2 Prozent und liegt damit derzeit über der für das Strategieprogramm «Swiss Life 2027» angestrebten Bandbreite von 17 bis 19 Prozent. Der Cash-Transfer an die Holding nahm um 5 Prozent auf 1,23 Milliarden Franken zu. 

Die geschätzte SST-Quote lag Ende Juni bei rund 215 Prozent nach 213 Prozent Ende 2025 und damit ebenfalls deutlich über der strategischen Zielbandbreite von 140 bis 190 Prozent. 

Neuer Aktienrückkauf

Aktionäre dürfen sich zudem auf einen weiteren Aktienrückkauf einstellen. Nachdem Swiss Life Ende Mai ein Programm über 750 Millionen Franken abgeschlossen hat, startet am 1. Oktober ein neues Programm über 250 Millionen Franken. Es soll bis Ende März 2027 laufen. 

Damit setzt Swiss Life trotz des angekündigten Stellenabbaus ein deutliches Signal an die Aktionäre: steigende Gewinne, eine Eigenkapitalrendite oberhalb der eigenen Zielspanne und weitere Kapitalrückführungen – verbunden mit einem verschärften Fokus auf die Kosten.