Schweizer Anlegerinnen sind besonders optimistisch
Für den jüngsten Investor Forecast befragte Saxo Bank in zehn Märkten insgesamt gut 1'600 Kundinnen und Kunden, davon gut 200 in der Schweiz. Die Umfrage wurde zwischen dem 6. Februar und dem 1. März 2026 durchgeführt. Dabei wurde ein Grossteil der Antworten vor dem Ausbruch des Iran-Krieges am 28. Februar erhoben.
Insgesamt zeigten die Resultate laut einer Mitteilung vom Mittwoch, «dass Anleger in einem zunehmend komplexen makroökonomischen Umfeld weiterhin zwischen Optimismus und Vorsicht abwägen».
Hoffen auf Japan
Global erwarten Anleger weiterhin eine positive Marktentwicklung, allerdings mit klaren regionalen Unterschieden. Japan sticht als bevorzugter Aktienmarkt hervor: Eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent rechnet mit steigenden Kursen, gefolgt vom globalen Markt mit 57 Prozent und Europa mit 51 Prozent.
Der amerikanische Aktienmarkt wird von den Befragten deutlich kritischer gesehen. «Nur» 40 Prozent erwarten für die kommenden sechs Monate steigende Kurse. Auf der anderen Seite sind 34 Prozent der Ansicht, dass die Notierungen sinken. Das ist laut Saxo der «höchste Negativwert unter allen grossen Märkten».
«Auffällig ist, dass Anleger ihre Einschätzungen zunehmend differenzieren», sagt Stan Kostyukhin, CEO der Saxo Bank Schweiz. «Die starke Präferenz für Japan und die schwächere Einschätzung der USA deuten auf eine Verschiebung hin zu Märkten, die aus Sicht der Anleger attraktivere Bewertungen und strukturelle Perspektiven bieten.» Gleichzeitig zeige der Fokus auf die Bewertung, dass Investitionsentscheidungen stärker an fundamentalen Faktoren ausgerichtet würden und weniger an kurzfristigen Marktbewegungen.
Schweizer sind optimistischer
Laut den jüngsten Ergebnissen weisen Schweizer Anleger durchgehend höhere Erwartungen auf als ihre globalen Pendants. Rund zwei Drittel rechnen mit steigenden globalen Aktienmärkten (67 gegenüber 57 Prozent weltweit), während auch die Erwartungen für den Schweizer Markt deutlich positiv sind (65 gegenüber 48 Prozent für lokale Märkte global).
Auch US-Aktien werden in der Schweiz etwas positiver eingeschätzt (45 gegenüber 40 Prozent weltweit). Die Erwartungen für Europa liegen ebenfalls leicht über dem globalen Durchschnitt, während die Einschätzungen zu Japan weitgehend übereinstimmen.
Schweizer Frauen sind noch zuversichtlicher
Interessante Entwicklung: Über alle Märkte hinweg zeigen Frauen und jüngere Anleger eine höhere Zuversicht als ihre jeweiligen Vergleichsgruppen. Insbesondere Schweizer Anlegerinnen stechen hervor: Eine sehr grosse Mehrheit von 89 Prozent erwartet steigende Kurse im Schweizer Markt, für die globalen Märkte sind es immer noch 83 Prozent. Bei den Männern sind 64 Prozent positiv für den Schweizer Markt, und 65 Prozent erwarten steigende Kurse in erster Linie global. Dabei sind die Männer in der Umfrage mit über 90 Prozent überproportional stark vertreten, wie es auf Nachfrage heisst.
Auch jüngere Anleger zeigen laut der Auswertung eine überdurchschnittliche Zuversicht. Während die Erwartungen mit zunehmendem Alter etwas zurückgehen, bleiben Schweizer Anleger über alle Altersgruppen hinweg optimistischer als der globale Durchschnitt.
Wenig Bewegung in der Asset Allokation
Laut der Mitteilung planen global 63 Prozent der befragten Anleger, die bestehende Allokation beizubehalten, während gut ein Viertel «neue Anlagebereiche erschliessen möchte.» In der Schweiz seien es 68 Prozent, die keine grossen Anpassungen vornähmen, und jeder Fünfte plant Erweiterungen mit neuen Anlagen. Der Anteil derjenigen, die ihr Engagement reduzieren möchten, liege mit rund 11 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie global, heisst es dazu.
«Auch in einem sich verändernden Umfeld passen Anleger ihre Positionierung nicht laufend an. Sie bleiben diversifiziert, bleiben investiert und reagieren nicht auf jede Schlagzeile», sagt Oliver Buomberger, COO und stellvertretender CEO der Saxo Bank Schweiz. «Diese Kombination aus Zuversicht und Zurückhaltung ist typisch für den Schweizer Markt.» Diese Disziplin sei «besonders wichtig, wenn Bewertungen hoch sind und die Unsicherheit zunimmt».
Über alle Märkte hinweg ist die Frage, ob Aktienmärkte überbewertet sind, der wichtigste Einflussfaktor für Anlageentscheidungen (69 Prozent global gegenüber 68 Prozent in der Schweiz). Grössere Unterschiede zeigen sich laut den Ergebnissen etwa bei den Wachstumsaussichten. Hier sind die Erwartungen der Schweizer Anleger mit 42 Prozent positiven Aussichten deutlich tiefer als die 54 Prozent der internationalen Antworten.
Finanzmedien bleiben wichtigste Informationsquelle
Bei der Suche nach neuen Anlageideen greifen Schweizer Anleger in erster Linie auf etablierte Informationsquellen zurück. Finanznachrichten und Fachpublikationen sind die wichtigste Referenz mit 58 Prozent. Digitale Kanäle wie Influencer-Blogs und Foren spielen mit etwa 20 Prozent der Antworten eine ergänzende Rolle. Bankresearch interessiert die Saxo-Kunden offenbar kaum, knapp 10 Prozent der Befragten informieren sich dort.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier.















