Ethos lehnt die Boni-Anträge ab
14,9 Millionen Franken für den CEO der UBS, 9,6 Millionen für den CEO von EFG International und sogar 23,1 Millionen für den neuen CEO von Julius Bär (inklusive «Antrittsgeld» in Höhe von 14,8 Millionen Franken). Laut einer Mitteilung von Ethos erreichten die Vergütungen der Führungskräfte der grössten börsenkotierten Banken der Schweiz, ausgenommen Kantonalbanken, 2025 neue Rekordhöhen.
Ethos stört sich vorab an den hohen variablen Vergütungen. Giorgio Pradelli, dem Chef von EFG International wurde vergangenes Jahr eine variable Vergütung in Höhe des 3,5-fachen seines Grundgehalts von 2 Millionen Franken zugeteilt. Die 2025 tatsächlich erzielte variable Vergütung belief sich jedoch laut Ethos auf 9 Millionen Franken. Diese berücksichtigt den Wert der drei Jahre zuvor im Rahmen des langfristigen Vergütungsplans ausgegebenen Aktien. Dies entspricht dem 4,5-Fachen seines Grundgehalts.
Sergio Ermotti, der die Leitung der UBS 2023 übernommen hatte und dessen erster langfristiger variabler Vergütungsplan daher noch nicht abgelaufen ist, erhielt 2025 eine variable Vergütung in Höhe des 4,8-fachen seines Grundgehalts von 2,5 Millionen Franken. Die variable Vergütung von Stefan Bolinger beläuft sich (ohne «Replacement Payment») auf das 4,1-Fache seines annualisierten Grundgehalts von 1,5 Millionen Franken.
Die Richtlinien von Ethos sehen als Obergrenze für die variable Vergütung das Dreifache des Grundgehalts für CEO und dem Zweifachen für die übrigen Mitglieder der Geschäftsleitung vor. «Diese Obergrenzen sind nicht zufällig gewählt», betont Vincent Kaufmann, Direktor der Ethos-Stiftung. «Sie sollen verhindern, dass das Management übermässige oder gar unüberlegte Risiken eingeht, wie es während der Finanzkrise 2008 oder beim jüngsten Zusammenbruch der Credit Suisse der Fall war.»
Maximal das Siebenfache bei der UBS
Ethos hat die Vergütung des UBS-Chefs mit der von 15 CEOs grosser europäischer Finanzunternehmen verglichen. Das Ergebnis: Sein Grundgehalt liegt 150 Prozent über dem Median, seine Gesamtvergütung 147 Prozent über dem Median. Zudem habe die aktuelle politische Debatte in der Schweiz über die Eigenmittel der UBS wahrscheinlich die Festlegung seiner Vergütung für 2025 beeinflusst, wie dies bereits 2024 der Fall war. Der Vergütungsbericht der UBS nennt eine Obergrenze vom Siebenfachen des Grundgehalts für die variable Vergütung der Führungskräfte.
Bei Julius Bär liegt laut Ethos «die grösste Sorge in der Höhe der Antrittszahlung für den neuen CEO». Ausserdem seien nur 4,6 Millionen Franken dieser veröffentlichten 14,8 Millionen Franken an aktienkursabhängige Leistungsziele geknüpft. Bei den verbleibenden 10,2 Millionen Franken werde nicht offengelegt, wieviel davon zeitlich verschoben und an eine Bedingung der fortgesetzten Beschäftigung sowie an eine Rückforderungsklausel («Clawback») geknüpft ist. Dies erachtet Ethos «angesichts des hohen Betrags als problematisch.»
«Unvereinbar mit einer vorsichtigen Risikokultur»
Der Stimmrechtsvertreter kritisiert zudem die Anhebung der Obergrenze für die variable Vergütung der Mitglieder der Geschäftsleitung von Julius Bär vom Vierfachen auf das Sechsfache des Grundgehalts. Vor dem Hintergrund der Verluste im Zusammenhang mit den Signa-Krediten und den entsprechenden Mängeln im Risikomanagement erscheine eine Erhöhung des Aufwärtspotenzials der variablen Vergütung «als unvereinbar mit der Etablierung einer vorsichtigen Risikokultur.»
Ethos empfiehlt den Aktionärinnen und Aktionären der drei Banken daher, gegen alle Anträge im Zusammenhang mit den Vergütungen zu stimmen. Davon ausgenommen seien die Fixvergütungen der Mitglieder der Geschäftsleitung von Julius Bär. Ethos werde diese Position an den Generalversammlungen von Julius Bär (9. April) und UBS (15. April) vertreten, während diejenige von EFG International bereits am 20. März stattgefunden hat.
US-Banken in einer eigenen Liga
Die drei Schweizer Führungskräfte gehören damit zu den bestbezahlten Bankern in Kontinentaleuropa. In der Europäischen Union sind die Bankboni seit 2014 auf das Doppelte des Grundgehalts begrenzt. Diese Massnahme wurde nach der Finanzkrise eingeführt, um eine übermässige Risikobereitschaft einzudämmen. Auch wenn diese Obergrenze nach wie vor gilt, hat dies UniCredit nicht daran gehindert, ihren CEO Andrea Orcel, im Jahr 2025 mit 17,7 Millionen Euro zu vergüten. Dabei betrug der variable Anteil das Doppelte des Grundgehalts.
Dennoch ist der Unterschied zu den USA nach wie vor gross, wo die CEOs der vier grössten Banken im Jahr 2025 alle mehr als 40 Millionen Dollar verdienten. J.P. Morgan-CEO Jamie Dimon erhielt 43 Millionen Dollar (+10,3 Prozent gegenüber 2024), bei Citi waren es für Jane Fraser 42 Millionen Dollar (+22 Prozent), Ted Pick erhielt als Chef von Morgan Stanley schon 45 Millionen Dollar (+32 Prozent) und David Solomon kam bei Goldman Sachs auf total 47 Millionen Dollar (+21 Prozent).













