UBS testet Ethereum für den Einsatz im regulierten Bankgeschäft

Die UBS und das Blockchain-Unternehmen Nethermind haben zwei sogenannte Proofs of Concept (PoC) erfolgreich abgeschlossen. Ziel war es zu prüfen, ob das öffentliche Ethereum-Netzwerk die operativen und regulatorischen Anforderungen von Finanzinstituten erfüllen kann. Die Projekte sollen einen wichtigen Schritt darstellen, um öffentliche Blockchain-Infrastrukturen für stark regulierte Banken nutzbar zu machen, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Im Zentrum stand die Frage, wie sich Compliance-Anforderungen umsetzen lassen, ohne die Funktionsweise des Ethereum-Netzwerks selbst zu verändern.

Gemäss den beteiligten Unternehmen zeigte sich, dass Banken regulatorische Kontrollen auf den von ihnen betriebenen Systemen implementieren können, während die zugrunde liegende Blockchain offen und neutral bleibt. Dadurch soll die Kompatibilität mit dem breiteren Ethereum-Ökosystem erhalten werden.

Kontrollen auf zwei Ebenen

Konkret entwickelten UBS und Nethermind Lösungen für zwei zentrale Phasen der Transaktionsverarbeitung. Zum einen wurde ein Ethereum-Knoten so konfiguriert, dass individuelle Compliance- und Risikoregeln angewendet werden können. Dazu zählen etwa die Beschränkung von Transaktionen auf vorab genehmigte Adressen oder das Blockieren bestimmter Smart-Contract-Interaktionen.

Zum anderen entwickelten die Partner eine Komponente, die genehmigte Transaktionspakete über sogenannte Relay-Dienste gezielt an ausgewählte Netzwerkbetreiber weiterleitet. Die Tests wurden im Ethereum-Testnetzwerk Sepolia durchgeführt. Dabei konnten die Partner nachweisen, dass regelkonforme Transaktionen zuverlässig verarbeitet und auf der Blockchain erfasst werden. Reale Kundentransaktionen waren nicht Bestandteil der Tests.

Fokus auf tokenisierte Vermögenswerte

«Wir bauen die Kerninfrastruktur für tokenisierte Vermögenswerte und digitale Assets auf – stets mit einem verantwortungsvollen und kundenorientierten Ansatz», erklärte Andreas Kubli, Group Head Digital Assets bei UBS. Die gemeinsamen Pilotprojekte hätten gezeigt, dass sich institutionelle Kontrollmechanismen und die Interoperabilität öffentlicher Blockchain-Netzwerke miteinander verbinden lassen, ohne die Offenheit von Ethereum zu beeinträchtigen.

Auch Nethermind wertet die Zusammenarbeit als wichtigen Meilenstein. Die Ergebnisse würden zeigen, dass sich institutionelle Anforderungen auf Infrastrukturebene umsetzen lassen, ohne die Offenheit oder Interoperabilität des Netzwerks einzuschränken, sagte Tomasz Kurowski, Head of Enterprise Business bei Nethermind.

Schritt Richtung institutioneller Blockchain-Nutzung

Die beiden Unternehmen wollen die Arbeiten weiterführen und an die technologische sowie regulatorische Entwicklung anpassen. Für die UBS fügt sich das Projekt in die Strategie ein, ihre Aktivitäten rund um digitale und tokenisierte Vermögenswerte auszubauen. Die Tests zeigen zugleich, dass öffentliche Blockchain-Netzwerke zunehmend auch für traditionelle Finanzinstitute interessant werden könnten, sofern regulatorische Anforderungen erfüllt werden können.