Regiobank Solothurn trotzt dem Tiefzinsumfeld
Die Regiobank Solothurn hat das erste Halbjahr 2026 mit einem Gewinn von 5,01 Millionen Franken abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem leichten Rückgang von 0,22 Prozent.
Etwas deutlicher sank der Geschäftserfolg: Mit 9,38 Millionen Franken lag er 2,56 Prozent unter dem Vorjahreswert. Den Geschäftsaufwand hielt die Bank trotz Investitionen mit 13,39 Millionen Franken stabil.
«Nachhaltiger Erfolg setzt Investitionen und Kostendisziplin gleichermassen voraus. Diesen Anspruch verfolgen wir konsequent», sagt Markus Boss, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Regiobank Solothurn.
Zinsengeschäft unter Druck
Spürbar macht sich das veränderte Zinsumfeld im Kerngeschäft der Regionalbank bemerkbar. Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft ging im ersten Halbjahr um 4,5 Prozent zurück.
Bei den Finanzierungen verzeichnete die Bank dagegen weiteres Wachstum. Die Kundenausleihungen nahmen um 46,48 Millionen oder 1,56 Prozent zu.
Noch stärker wuchsen die Kundengelder. Sie erhöhten sich um 72,47 Millionen Franken oder 2,73 Prozent. Damit konnte die Regiobank das Wachstum bei den Ausleihungen vollständig durch zusätzliche Kundengelder refinanzieren.
«Der anhaltende Mittelzufluss ist Ausdruck des grossen Vertrauens unserer Kundinnen und Kunden», so Boss.
Anlagegeschäft gewinnt an Bedeutung
Einen deutlichen Gegenpol zum rückläufigen Zinsengeschäft bildete das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Die Erträge stiegen um 12,8 Prozent auf 3,44 Millionen Franken.
Nach Angaben der Bank greifen mehr Kunden bei Anlageentscheiden auf ihre persönliche Beratung zurück. Damit gewinnt das zinsunabhängige Geschäft angesichts des Drucks auf die Zinsmargen zunehmend an Bedeutung.
Auch die im vergangenen Jahr lancierten Immobiliendienstleistungen entwickeln sich nach Angaben der Bank positiv. Die Zahl der Verkaufsmandate sei weiter gestiegen.
Expansion in Olten und Grenchen
Die Regiobank baut gleichzeitig ihre regionale Präsenz weiter aus. Der im November 2025 eröffnete Beratungsstandort in Olten verzeichnet laut Bank einen wachsenden Zulauf neuer Kunden aus der Region.
Auch das Neubauprojekt in Grenchen schreitet voran. Am 10. August 2026 soll die rund zweijährige Bauphase beginnen. Das Projekt umfasst eine neue Geschäftsstelle sowie 28 Wohnungen.
Für die Regiobank zeigt das erste Halbjahr damit ein für Regionalbanken derzeit typisches Spannungsfeld: Das Tiefzinsumfeld setzt das traditionelle Zinsengeschäft unter Druck, während Anlageberatung und andere zinsunabhängige Ertragsquellen an Bedeutung gewinnen.














