Schweizer Konzerne sind Europas Dividendenkönige

Laut der ersten Ausgabe des «Janus Henderson Global Dividend and Buyback Index» stiegen die weltweiten Dividenden im ersten Quartal 2026 auf 424,5 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Der neue Index erweitert die langjährige Dividendenanalyse von Janus Henderson um Aktienrückkäufe. Damit liefert er laut Mitteilung ein umfassenderes Bild über den Kapitalrückfluss der weltweit grössten Unternehmen an ihre Aktionäre.

Im ersten Quartal beliefen sich die weltweiten Aktienrückkäufe auf 425,7 Milliarden Dollar und lagen damit geringfügig über den Dividendenzahlungen, gingen jedoch gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,1 Prozent zurück. Dies deute darauf hin, dass Unternehmen bei der Ausschüttung von Erträgen an ihre Aktionäre zunehmend selektiver vorgehen.

Nordamerika dominiert

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Laut dem «Janus Henderson Global Dividend and Buyback Index» sind die Firmen in den USA und Kanada für mehr als 51 Prozent aller ausbezahlten Dividenden verantwortlich, bei den Aktienrückkäufen liegt der Anteil der nordamerikanischen Firmen sogar bei über 87 Prozent. Das Dividendenwachstum in den USA war branchenübergreifend, wobei die Sektoren Technologie, Finanzen und Energie zu den wichtigsten Treibern gehörten.

Mit globalen Ausschüttungen in Höhe von 90,8 Milliarden Dollar trug der Finanzsektor im ersten Quartal weiterhin am stärksten zu den weltweiten Dividenden bei. Am meisten zahlte die China Construction Bank Corporation, weltweit auf Rang vier. Auf Platz 11 der grössten Dividendenzahler folgt JP Morgan Chase.

Der Finanzsektor war zudem mit Rückkäufen im Wert von 110,7 Milliarden Dollar auch führend bei den weltweiten Aktienrückkäufen und machte damit mehr als ein Drittel des Index-Gesamtvolumens aus.

Europäische Gesellschaften (ohne Grossbritannien) schüttete im ersten Quartal Dividenden in Höhe von 67,4 Milliarden Dollar aus, was einem Anstieg von 35,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dieser Anstieg wurde durch Währungs- und Timing-Effekte begünstigt.

Europa: Schweizer Firmen an der Spitze

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Schweizer Firmen waren mit Ausschüttungen in Höhe von 27,3 Milliarden Dollar oder mehr als 40 Prozent die grössten Dividendenzahler in Europa, gefolgt von den dänischen Gesellschaften mit 9,4 Milliarden Dollar.

Die Spitzenposition der Schweiz im europäischen Vergleich ist teilweise auf Unterschiede beim Ausschüttungszeitpunkt zurückzuführen, da ein vergleichsweise hoher Anteil der Schweizer Dividenden im ersten Quartal ausgeschüttet wird. Wie im Vorjahr gehören Novartis und Roche zu den Top 3 in der Rangliste der grössten Dividendenzahler, nur Saudi Arabian Oil Co. schüttet jeweils noch etwas mehr an die Eigentümer aus.

Sonderausschüttungen und andere Effekte

Die Schweiz leistete nicht nur einen überproportional hohen Beitrag zum europäischen Gesamtvolumen, sondern verzeichnete auch ein überdurchschnittliches Wachstum. Das bereinigte Wachstum belief sich auf 5,7 Prozent, während das ausgewiesene Wachstum 38,8 Prozent betrug. Wie auch in anderen europäischen Märkten waren Wechselkurs- und Zeiteffekte ausschlaggebend für diese Abweichung. Die Differenz zwischen dem bereinigten und dem ausgewiesenen Wachstum war teilweise auf Sonderausschüttungen zurückzuführen.

Mehrere grosse Unternehmen, darunter Roche Holding und Schindler Holding, zahlten im ersten Quartal Sonderdividenden aus. Roche erhöhte zudem die reguläre Dividende gegenüber dem Vorjahr. Weitere Abweichungen ergaben sich aus einer Verschiebung des Ausschüttungszeitpunkts bei ABB und Swisscom: Beide Unternehmen hatten ihre Jahresdividenden 2025 zu Beginn des zweiten Quartals ausgeschüttet, 2026 jedoch bereits Ende des ersten Quartals.

Auch bei den Aktienrückkäufen gehörte die Schweiz zu den Spitzenreitern und belegte mit 4,1 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2026 den zweiten Platz in Europa. Dies entsprach schätzungsweise 21,8 Prozent des europäischen Gesamtvolumens.

Aktienrückkäufe als flexiblerer Puffer

Jane Shoemake, Client Portfolio Manager im Global Equity Income Team bei Janus Henderson, sagt: «Angesichts eines offenbar zunehmend unsicheren makroökonomischen Umfelds war die Stärke der Unternehmensgewinne weltweit überraschend. Solche Gewinne führen fast immer zu höheren Dividenden – und genau das beobachten wir derzeit in zahlreichen Branchen und Regionen. Dividenden sind in der Regel langfristige Entscheidungen des Vorstands, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Aktienrückkäufe hingegen sind eher diskretionärer Natur und unterliegen konjunkturellen Schwankungen. Somit bleiben Dividenden ein stärkeres Zeichen des Vertrauens, während Aktienrückkäufe als flexiblerer Puffer dienen.»

 Janus Henderson prognostiziert für 2026 ein weltweites Dividendenwachstum von 8,3 Prozent, nach 6,8 Prozent im Jahr 2025. Im Gegensatz dazu dürften die weltweiten Aktienrückkäufe in diesem Jahr um 1,1 Prozent zurückgehen, nachdem sie 2025 noch um 6,1 Prozent gestiegen waren.