Aquila setzt bei Kunden-Onboarding auf Schweizer KI-Lösung
Die auf unabhängige Vermögensverwalter und Family Offices spezialisierte Aquila treibt die Automatisierung ihrer Compliance-Prozesse voran. Nach einem Ausschreibungsverfahren hat sie sich für die Client-Lifecycle-Management-Plattform (CLM) des Genfer Softwareunternehmens Wecan entschieden.
Die Lösung soll das Onboarding, periodische Überprüfungen sowie Änderungen der Kundenverhältnisse über den gesamten Kundenbestand hinweg abdecken. Die Implementierung läuft bereits, wie die beiden Unternehmen am Dienstag mitteilten.
KI bleibt innerhalb der Bank
Ein zentraler Punkt der Lösung betrifft den Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI) und Kundendaten. Die KI wird innerhalb der eigenen Schweizer Umgebung der Bank betrieben. Es erfolgen laut Mitteilung keine Abfragen über öffentliche Programmierschnittstellen (APIs), zudem sollen Bankdaten nicht für andere Zwecke wiederverwendet werden.
Wecan setzt dabei auf einen sogenannten deterministischen Ansatz. Vereinfacht gesagt soll das System bei identischen Eingangsdaten reproduzierbare Ergebnisse liefern. Die Entscheidungswege sollen zudem nachvollziehbar und auditierbar sein – ein wichtiger Punkt für Banken mit Blick auf Compliance und Regulierung.
Damit unterscheidet sich das Projekt nach Darstellung der Unternehmen von zahlreichen KI-Pilotprojekten im Know-Your-Customer-Bereich (KYC): Aquila will die Technologie nicht lediglich in einem kontrollierten Proof of Concept testen, sondern in den produktiven Betrieb überführen.
Vermögensverwalter und Endkunden auf einer Plattform
Für Aquila ist insbesondere relevant, dass sowohl die angeschlossenen unabhängigen Vermögensverwalter als auch deren Endkunden über dieselbe Plattform abgewickelt werden können. Dadurch sollen einheitliche Kontrollen und ein durchgängiger Audit Trail entstehen. Bislang fragmentierte Abläufe beim Onboarding und bei periodischen Kundenüberprüfungen sollen dadurch vereinfacht werden.
«Unser Modell basiert auf Nähe und Vertrauen – sowohl gegenüber den unabhängigen Vermögensverwaltern, die mit uns zusammenarbeiten, als auch gegenüber deren Kunden, die letztlich auch unsere Kunden sind», sagt Martin Rubi, Head Aquila Bank.
Kontrolle über Daten und Transparenz über Prozesse
Entscheidend bei der Ausschreibung sei die Möglichkeit gewesen, Onboarding und periodische Reviews über die gesamte Kette vom Vermögensverwalter bis zum Endkunden zu industrialisieren und gleichzeitig die vollständige Kontrolle über die Daten sowie Transparenz über die Entscheidungsprozesse zu behalten.
Die Einführung der Plattform ist laut Aquila Bestandteil einer umfassenderen Transformation. Das Unternehmen will damit die Skalierbarkeit erhöhen und schneller wachsen, ohne Abstriche bei der Servicequalität für Kunden und Partner zu machen.















