Hat persönliche Beratung Zukunft? – Das sagen 13 Bankenchefs
Roman Pfranger, CEO, Neue Bank:

Zusammenspiel: Roman Pfranger. (Bild: zVg)
KI, ETFs und Plattformen übernehmen standardisierbare Arbeit: Daten auswerten, Szenarien rechnen, Kosten senken, Portfolios umsetzen. Das ist kein Angriff auf Beratung, sondern Befreiung von Routine. Was automatisiert werden kann, soll automatisiert werden. Doch Beratung beginnt jenseits der Optimierung: KI kann Portfolios optimieren. Aber sie trägt keine Verantwortung, kennt keine Familiengeschichte und ersetzt kein Vertrauen in schwierigen Momenten.
Denn Vermögen ist mehr als ein Depot. Bei Unternehmerfamilien geht es um das Zusammenspiel von Anlagen, Finanzierungen, Beteiligungen und Nachfolge über Rechtsräume und Generationen hinweg. Das verlangt nicht nur Fachwissen, sondern Beziehung: Verständnis für Menschen, Ziele, Prägungen und Familiengeschichte. Wer nur Produkte verkauft, wird ersetzt. Wer Vermögen im Zusammenhang versteht, bleibt unverzichtbar. Auch Passivierung hat Grenzen. In Standardmärkten sind ETFs stark; in ineffizienten oder spezialisierten Segmenten bleibt aktives Management wichtig, um Risiken zu beherrschen und Chancen zu erschliessen.
KI als Co-Pilot
Die Zukunft liegt nicht im Entweder-oder von Mensch und Maschine. KI ist Co-Pilot, kein Autopilot. Sie liefert Daten und Disziplin. Der Berater liefert Urteilskraft, Kontext und Verantwortung. Für Mitarbeitende heisst das: weniger Routine, mehr Analyse, mehr Gestaltung, mehr Kundennähe. Persönliches Wealth Management hat Zukunft, wenn es Stabilität und Wandel verbindet: technologische Exzellenz im Hintergrund, klare Haltung und verlässliche Beziehungen im Vordergrund.
Lesen Sie auf der nächsten Seite das Statement von Gabriel Brenna, Group CEO, Raiffeisen.















