Hat persönliche Beratung Zukunft? – Das sagen 13 Bankenchefs

Serge Fehr, Limited Partner und Head Swiss Domestic Region, Lombard Odier:


Erfahrung und Kontext: Serge Fehr. (Bild: zVg)

Die Zukunft der Anlageberatung liegt nicht im Entweder-oder zwischen Mensch und Maschine, sondern im Zusammenspiel beider. Künstliche Intelligenz hat enorme Fortschritte gemacht: Sie optimiert Portfolios, erhöht die analytische Präzision und automatisiert standardisierte Prozesse. Für mich ist klar: Diese Entwicklung ist Realität. Sie zu ignorieren, wäre ein strategischer Fehler. Gleichzeitig wird Technologie zur Grundvoraussetzung und verliert ihren Differenzierungscharakter.

Der Mensch bleibt der Massstab. In Gesprächen mit vermögenden Kunden zeigt sich immer wieder: Jede Situation ist einzigartig, von Lebenszielen und Risikobereitschaft bis zu steuerlichen Fragen, internationalen Strukturen oder familiären Dynamiken. Diese Komplexität lässt sich nicht algorithmisch erfassen. Gefragt sind Urteilskraft, Erfahrung und Kontext. Aus meiner Sicht ist ganzheitliche Vermögensplanung der zentrale Hebel. Sie bildet das Fundament jeder fundierten Beratung, ist komplex, hochindividuell und verlangt eine detaillierte Analyse aller relevanten Faktoren. Fehler oder Vereinfachungen können erhebliche Konsequenzen haben. Im Kern geht es um den Prozess: um Zuhören, Verstehen und den Aufbau von Vertrauen.

Hybrid ist die Zukunft

Ich bin überzeugt: Die Beratung der Zukunft ist hybrid. Technologie schafft Effizienz und Skalierbarkeit, der Mensch liefert Interpretation, Einordnung und Beziehung. Die Rolle des Beraters verschiebt sich vom Transaktionalen zum strategischen Sparringspartner. Wert entsteht dort, wo Standardisierung endet: in der individuellen Lösung.


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