Paukenschlag bei Berenberg: Bafin setzt Leitung ab
Diese Mitteilung der Hamburger Privatbank vom Freitagnachmittag hatte es in sich. «Auf Anordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ruhen seit heute die Befugnisse der drei Geschäftsleitungsmitglieder von Berenberg», ging es gleich im ersten Satz zur Sache. Und weiter: «Während der Jahresabschlussprüfung für 2025 hatten sich Hinweise auf mögliche Corporate Governance-Verstösse ergeben. Dies betraf insbesondere bestimmte Markttransaktionen mit unklarem Hintergrund, bei deren Aufklärung die nötige Transparenz fehlte.»
Die Bafin hat daher zwei Sonderbeauftragte für die Geschäftsleitung eingesetzt. Es handelt sich um den früheren langjährigen Berenberg-Chef und späteren (und bis heute) Verwaltungsratsvorsitzenden Hans-Walter Peters sowie den früheren Degussa-Bank-Vorstand Michael Horf.
Keine Kunden geschädigt
Und Peters kommentiert gleich auch seine Einsetzung: «Dieser Schritt ist nötig, da für Berenberg absolute Integrität einen zentralen Wert darstellt.» Durch die Verstösse sollen keine Kunden geschädigt worden sein. Horf beruhigt: «Das Geschäftsmodell hat sich über Jahrzehnte bewährt, Berenberg ist bestens aufgestellt und verfügt über ein starkes und erfahrenes Führungsteam mit exzellenten Mitarbeitern.»
Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet Berenberg mit einem Jahresergebnis von rund 20 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr 2026 stellt Peters ein Ergebnis von 40 Mio. Euro in Aussicht.
Mr. Jekyll statt Mr. Hyde?
Die mit der deutschen Bankenlandschaft bestens vertraute «Finanz-Szene» spricht von einem Erdbeben bei Berenberg – und davon, dass Mr. Hyde (der langjährige Co-Chef Hendrik Riehmer, der zusammen mit David Mortlock und Christian Kühn die Geschäftsleitung bildete) durch Mr. Jekyll (nämlich den Verwaltungsratsvorsitzenden Peters, gemäss Finanz-Szene Riehmers «langjähriger Kompagnon») ersetzt worden sei.
Berenberg war in letzter Zeit bestrebt, sich auch in der Schweiz stärker als ernstzunehmender Akteur für Pensionskassen, Family Offices, Banken und Vermögensverwalter zu positionieren.













