BancaStato steigt mit Sygnum in den Kryptohandel ein
Die Banca dello Stato del Cantone Ticino (BancaStato) steigt in den Handel mit Kryptowährungen ein. Die Tessiner Kantonalbank hat dafür die Digital-Asset-Dienstleistungen der Kryptobank Sygnum in ihre bestehende Avaloq-Bankeninfrastruktur integriert, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten.
Zum Start können Kundinnen und Kunden Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Litecoin (LTC) und Solana (SOL) kaufen, halten und verkaufen. Der Zugang erfolgt direkt über die bestehenden Web- und Mobile-Banking-Anwendungen der Bank.
Damit müssen Kunden für ihre Kryptoanlagen keine separate Plattform nutzen und können traditionelle sowie digitale Vermögenswerte über dieselbe Banking-Umgebung verwalten.
Sygnum übernimmt Handel und Verwahrung
Technisch verbindet BancaStato die Schnittstelle von Sygnum direkt mit ihrem Avaloq-Kernbankensystem und den digitalen Bankkanälen.
Kauf- und Verkaufsaufträge werden über die B2B-Schnittstelle von Sygnum abgewickelt. Ein zusätzliches separates Order-Management-System ist laut den Unternehmen nicht erforderlich. Dies soll die technische und operative Komplexität reduzieren.
Die Verwahrung der Kryptowährungen übernimmt ebenfalls Sygnum. Die digitalen Vermögenswerte werden über die Custody-Infrastruktur der Schweizer Kryptobank gehalten.
«Die nahtlose Integration traditioneller Anlagelösungen – und nun auch digitaler Vermögenswerte – stärkt das zukunftsfähige Angebot unserer Gruppe», sagt Curzio De Gottardi, Leiter der Division Products and Services und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung von BancaStato.
Weitere Kantonalbank setzt auf Sygnum
Mit dem Schritt baut Sygnum sein Geschäft als Infrastrukturanbieter für traditionelle Banken weiter aus. Das B2B-Netzwerk des Unternehmens umfasst inzwischen mehr als 25 Banken und internationale Finanzinstitute.
Dazu gehören unter anderem bereits die Zuger Kantonalbank, PostFinance, VZ VermögensZentrum, Bordier & Cie und Bergos.
BancaStato ist dabei nach Angaben von Sygnum die erste Bank innerhalb der Software-as-a-Service-Umgebung von Avaloq, die den Kauf, das Halten und den Verkauf von Kryptowährungen über eine direkte Schnittstelle zu Sygnum in ihr E-Banking integriert hat.
«Dies verdeutlicht die steigende Nachfrage nach regulierten, API-basierten Digital-Asset-Dienstleistungen, die sich direkt in bestehende Kernbankensysteme integrieren lassen», sagt Fritz Jost, Chief B2B Officer von Sygnum.
Krypto rückt näher ans klassische Banking
Der Schritt von BancaStato zeigt zugleich, wie digitale Vermögenswerte zunehmend in die bestehende Infrastruktur traditioneller Schweizer Banken integriert werden.
Statt eigene Handels- und Verwahrungslösungen für Kryptowährungen aufzubauen, können Banken spezialisierte Anbieter wie Sygnum über Schnittstellen an ihre Kernbankensysteme anbinden. Für die Kunden wird der Unterschied zwischen traditionellen Anlagen und digitalen Vermögenswerten dadurch zumindest auf der Benutzeroberfläche kleiner.
Auch Avaloq sieht darin einen Trend. Durch die Integration könnten Banken schneller auf neue Bedürfnisse ihrer Kundschaft reagieren und gleichzeitig traditionelle und digitale Anlagen auf einer einheitlichen Plattform anbieten, sagt Christian Haux, Managing Director Switzerland and Liechtenstein bei Avaloq.
Für Sygnum gewinnt das B2B-Geschäft derweil weiter an Bedeutung. Über ihre Partnerbanken erreicht die Digital-Asset-Bank nach eigenen Angaben inzwischen mehr als ein Drittel der Schweizer Bevölkerung.
Ende Juni erhielt Sygnum Europe zudem von der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein eine Lizenz als Crypto-Asset Service Provider (CASP) unter der europäischen MiCAR-Regulierung. Damit baut das Unternehmen seine Infrastrukturstrategie auch über die Schweiz hinaus weiter aus.















