Rothschild & Co. erzielt in der Schweiz einen Neugeldrekord
Bei Rothschild & Co. läuft das Schweizer Wealth Management auf Hochtouren. Im ersten Halbjahr 2026 flossen dem Geschäft netto 800 Millionen Franken an neuen Kundengeldern zu. Damit erzielte die Bank in der Schweiz das höchste Netto-Neugeldwachstum ihrer Geschichte.
Die verwalteten Vermögen erreichten per Ende Juni 26 Milliarden Franken und lagen damit 2,8 Milliarden Franken über dem Vorjahreswert.
Damit zahlen sich die Investitionen der vergangenen Jahre hierzulande aus.
Rückgang des Zinsertrags
Zu diesen Investitionen zählen insbesondere die Übernahmen der Banque Pâris Bertrand und des auf Erbschafts- und Nachlassplanung spezialisierten Unternehmens Tenalis.
Trotz des starken Neugeldwachstums bekommt auch Rothschild & Co. das veränderte Zinsumfeld zu spüren. Der Zinsertrag in der Schweiz ging gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 erwartungsgemäss um 26 Prozent zurück.
Das Kommissionsgeschäft entwickelte sich dagegen positiv: Die Erträge stiegen um 3,5 Prozent. Das Handelsergebnis blieb auf dem Niveau der Vorjahresperiode stabil.
Der starke Franken hinterlässt Spuren
Gegenwind kommt zusätzlich von den Währungen. Wechselkurseffekte belasteten den Gesamtertrag um rund 4 Prozent. Der Franken war in der Berichtsperiode gegenüber dem Dollar rund 8,2 Prozent stärker, gegenüber dem Euro 2,5 Prozent und gegenüber dem Pfund 5,4 Prozent.
Das trifft Rothschild & Co. aufgrund der Bedeutung des Schweizer Standorts besonders. Ein grosser Teil der Kosten fällt hierzulande in Franken an, während Erträge teilweise in Dollar oder Euro erwirtschaftet werden. Zudem betreibt die Gruppe von der Schweiz aus die Bankenplattform für einen Grossteil ihres globalen Wealth Managements.
Expansion im Ausland kostet
Während die Schweiz Rekordzuflüsse verzeichnet, ist das internationale Geschäft einschliesslich Deutschland insgesamt in die Verlustzone gerutscht. Dahinter stehen insbesondere erhebliche Investitionen in die Expansion.
In Deutschland hat Rothschild & Co. die Übernahme des Hamburger Bankhauses Marcard, Stein & Co. angekündigt. Die Transaktion wartet noch auf die Genehmigung der deutschen Finanzaufsicht Bafin.
In Dubai hat Rothschild & Co. das Geschäft der Liechtensteinischen Landesbank übernommen. Das belastet zunächst die Profitabilität.
In Spanien und Israel setzt die Gruppe auf organisches Wachstum und hat dafür zusätzliche Mitarbeitende eingestellt.
Hinzu kommt eine konzerninterne Verschiebung: Das Luxemburger Geschäft wurde innerhalb der Rothschild-&-Co.-Gruppe dem französischen Geschäft von Rothschild Martin Maurel zugeordnet. Dadurch gingen sowohl die ausgewiesenen verwalteten Vermögen als auch der Gewinnbeitrag des betrachteten Geschäfts zurück.
Ambitioniertes Ziel für Wealth Management
Die Investitionen im Ausland sind Teil einer längerfristigen Wachstumsstrategie. In der Division Wealth & Asset Management verwaltet Rothschild & Co. derzeit rund 150 Milliarden Euro. Innerhalb der kommenden fünf bis sieben Jahre soll dieser Wert auf mehr als 200 Milliarden Euro steigen. Wealth Management soll dabei gemeinsam mit dem Privatmarktgeschäft unter der Marke Five Arrows einen stabileren Gegenpol zum volatileren Global-Advisory-Geschäft bilden.
Trotz der hohen Investitionen verfügt das Institut weiterhin über einen deutlichen Kapitalpuffer. Die konsolidierte Total Capital Ratio liegt bei 23,6 Prozent.














