Basler Immobiliengesellschaft verdient im ersten Halbjahr deutlich mehr

Der Reingewinn kletterte laut Mitteilung vom Montag gegenüber der Vorjahresperiode um rund 90 Prozent auf knapp 85 Millionen Franken. Einen wesentlichen Anteil daran hatten Neubewertungen des Immobilienportfolios. Sie steuerten 53,4 Millionen Franken bei, gegenüber 26,6 Millionen im Vorjahr. Davon entfielen knapp 40 Millionen Franken auf Entwicklungsliegenschaften.

Chama liefert kräftigen Ergebnisbeitrag

Hinzu kam ein starker Beitrag aus dem Promotionsgeschäft. HIAG verbuchte aus dem Verkauf von Eigentumswohnungen einen Ertrag von 60,8 Millionen Franken. Eine zentrale Rolle spielt dabei die zweite Etappe des Projekts «Chama» in Cham.

Das Projekt war Ende Juni zu 86 Prozent fertiggestellt und zu 95 Prozent verkauft. Auch andernorts kommt die Entwicklungspipeline voran. Beim Wohn- und Gewerbehochhaus «Alto» in Zürich-Altstetten waren kurz nach Fertigstellung sämtliche 149 Mietwohnungen sowie die Gewerbeflächen vermietet.

Mieterträge vorübergehend tiefer

Beim bestehenden Immobilienportfolio hinterliessen die Verkäufe der vergangenen Monate dagegen Spuren. Der Liegenschaftsertrag sank um 3,3 Prozent auf knapp 38 Millionen Franken. Auf vergleichbarer Basis legten die Erträge jedoch um 3,8 Prozent zu.

Die Leerstandsquote verbesserte sich von 3,2 Prozent Ende 2025 auf 2,8 Prozent per Ende Juni. Insgesamt wurde das Portfolio von Hiag per Mitte Jahr mit rund 2,1 Milliarden Franken bewertet.

HIAG hatte im Zuge ihrer geschärften Strategie unter anderem Entwicklungsareale in Aesch und St. Maurice verkauft. Die Gesellschaft will damit Kapital aus nicht mehr strategiekonformen Objekten freisetzen und in attraktivere Projekte oder Akquisitionen umlenken. Aus diesen Devestitionen resultierte in der ersten Jahreshälfte ein Erfolg von 6,1 Millionen Franken, ebenfalls deutlich mehr als im ersten Halbjahr 2025. 

Offerten über 160 Millionen Franken

Dass HIAG auch auf der Käuferseite aktiv werden will, zeigt ein Blick auf die bisherige Akquisitionspipeline. Von 113 angebotenen Objekten hat das Unternehmen laut eigenens Angaben 15 vertieft geprüft und unverbindliche Angebote im Gesamtvolumen von rund 460 Millionen Franken abgegeben.

Bei sieben Objekten schaffte es HIAG in die Due-Diligence-Phase. Anschliessend wurden verbindliche Angebote im Umfang von insgesamt 160 Millionen Franken eingereicht. Bislang kam allerdings kein Abschluss zustande. HIAG betont, bei Akquisitionen an strikten Qualitäts- und Renditekriterien festhalten zu wollen.

Für das Gesamtjahr gibt sich das Management zuversichtlich. Die Mieterträge sollen ohne Akquisitionen leicht steigen, auf vergleichbarer Basis wird ein Plus von rund 8 Prozent erwartet; die Leerstandsquote soll Ende Jahr bei etwa 3 Prozent liegen. Nach dem Rekordergebnis 2025 stellt HIAG für 2026 erneut ein «Spitzenresultat» in Aussicht.