Rekordvermögen bei Schweizer Asset Managern hat einen Haken
Auf den ersten Blick läuft es rund: Die in der Schweiz verwalteten Vermögen stiegen 2025 um 8,2 Prozent auf 3,73 Billionen Franken. Damit behauptet die Schweiz ihren Rang als drittgrösster Asset-Management-Standort Europas.
Doch die von der Asset Management Association Switzerland (AMAS) und zeb consulting erstellte «Swiss Asset Management Study 2026» zeigt eine Schwachstelle: Ein erheblicher Teil des Wachstums kommt von steigenden Finanzmärkten. Die Nettoneugeldzuflüsse bleiben dagegen im internationalen Vergleich bescheiden.
Die Fähigkeit, neue Kunden und Gelder zu gewinnen, wird zu einer der entscheidenden Herausforderungen für die Branche.
Die Grossen werden grösser
Gleichzeitig nimmt die Marktkonzentration zu. Die zehn grössten Asset Manager kontrollierten Ende 2025 bereits 44 Prozent des Marktes. 2021 waren es noch 37 Prozent.
Gleichzeitig steigt der Kostendruck. Skaleneffekte gewinnen an Bedeutung, während steigende regulatorische Anforderungen und Kosten insbesondere kleinere und mittelgrosse Anbieter unter Druck setzen.
Dabei hat sich die Kostenstruktur nach Einschätzung von Sven Württemberger, CEO von DWS Schweiz, grundlegend verschoben. «Früher waren die Lohnkosten der grösste Kostentreiber. Heute ist es die Technologie», sagte er diese Woche an einem Podium in Zürich, das im Rahmen der Studienpräsentation stattfand und von Reto Giudicetti moderiert wurde. Die notwendigen Investitionen in Systeme, Daten und neue Technologien seien inzwischen enorm.
Das verschärft insbesondere für kleinere und mittelgrosse Anbieter die Skalierungsfrage. Gleichzeitig kann ein reiner Preiskampf kaum die Antwort sein. «Ich bin nicht der Ansicht, dass wir diesen Krieg über die Marge gewinnen», sagte Gerhard Lohmann, Group CFO von GAM Investments.
Entscheidend sei vielmehr, sich über Anlagekompetenz, Produkte und Kundennähe zu differenzieren.
Wachstum muss aus dem Ausland kommen
Ein weiterer Hebel liegt ausserhalb der Schweiz. Rund ein Drittel der hierzulande verwalteten Vermögen stammt bereits von ausländischen Kunden. Die Studie sieht im besseren Zugang zu internationalen Märkten entsprechend erhebliches Wachstumspotenzial.
Für AMAS-Präsident André Müller-Wegner bedeutet dies, dass die Schweiz ihre Rahmenbedingungen und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit aktiv verteidigen muss. Andere Finanzzentren wie die USA, Grossbritannien oder Singapur behandelten ihre Finanzindustrie längst als strategische Wachstumsbranche.
Private Markets als Ausweg
Eine weitere Wachstumschance sieht die Branche in Private Markets. Sie versprechen nicht nur zusätzliche Kundengelder, sondern auch höhere Margen und stärkere Differenzierung gegenüber passiven Produkten.
Parallel dazu verändert künstliche Intelligenz das Geschäftsmodell. Sie kann Prozesse effizienter machen, Kosten senken und die Entwicklung neuer Produkte beschleunigen.
Wie tiefgreifend die Veränderungen werden könnten, bringt DWS-Schweiz-Chef Sven Württemberger auf den Punkt: «Ich glaube, in fünf Jahren sieht die Asset-Management-Industrie komplett anders aus.»
















