Visa und Mastercard starten mit internationale P2P-Zahlungen

Mit der neuen Plattform sollen kartenausgebende Banken in der Schweiz grenzüberschreitende Peer-to-Peer-Zahlungen (P2P) anbieten können, ohne dafür jeweils eine eigene technische Anbindung an das internationale Zahlungsnetzwerk entwickeln zu müssen, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

PayInit übernimmt dabei die Rolle einer gemeinsamen Infrastruktur-Ebene. Banken können die Dienste über eine Programmierschnittstelle (API) oder ein Plug-in in ihre bestehenden Systeme und Kundenkanäle integrieren. Die technische Umsetzung erfolgt mit Unterstützung des Technologieanbieters Opentech.

Geld an Karten, Konten und Wallets

Für die Kunden soll von den Neuerungen wenig zu sehen sein: Sie können Geld weiterhin direkt über ihre gewohnte Banking-App verschicken. Die einzelnen Institute müssen dafür nicht jeweils eine eigene technische Verbindung zu den internationalen Zahlungsnetzwerken aufbauen.

Dabei sollen Überweisungen auch ohne Kenntnis der Karten- oder Kontonummer des Empfängers möglich sein. Eine hinterlegte Handynummer oder E-Mail-Adresse kann genügen, wie es heisst. Das Geld kann je nach Dienst etwa auf einer Zahlungskarte, einem Bankkonto oder einer digitalen Geldbörse landen.

Visa bringt dafür seine Dienste Visa Direct und Visa+ ein. Visa Direct ermöglicht Geldtransfers über ein Netzwerk, das laut dem Unternehmen weltweit mehr als 18 Milliarden Karten, Konten und digitale Geldbörsen erreicht. Mastercard steuert mit Mastercard Move und den Mastercard Credential Services entsprechende Funktionen bei.

Unabhängig vom Aufenthaltsort

Die beiden US-Konzerne wollen damit insbesondere grenzüberschreitende Direktzahlungen zwischen Privatpersonen vereinfachen. «Mehr als die Hälfte der Menschen in der Schweiz nutzt bereits P2P-Zahlungen, um Geld an Freunde und Familie zu senden», sagt Santosh Ritter, Country Manager Schweiz und Liechtenstein bei Visa. Gerade bei grenzüberschreitenden Überweisungen bestehe jedoch noch Verbesserungspotenzial.

Mit der gemeinsamen Infrastruktur könnten Finanzinstitute entsprechende Angebote schneller lancieren und gleichzeitig die Kontrolle über ihre Kundenbeziehungen behalten, erklärt Michael Walther, Finanzchef von Viseca und Verwaltungsratspräsident von PayInit.

Auch Alessandro Seralvo, CEO von Cornèrcard und Verwaltungsrat von PayInit, sieht den Vorteil vor allem in der internationalen Vernetzung: Die Lösung ermögliche Geldtransfers über Landesgrenzen hinweg, unabhängig davon, ob Empfänger Karten, Wallets oder Bankkonten nutzen.

Daniela Massaro, Country Manager Schweiz und Liechtenstein, Mastercard, sagt: «Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz erwarten heute, Geld so einfach senden zu können wie eine Nachricht – unabhängig davon, ob die Empfängerin oder der Empfänger im Inland oder im Ausland ist. Mit Mastercard Move und Mastercard Credential Services bringen wir diese Einfachheit in die digitalen Kanäle, denen die Menschen bereits vertrauen.»

PayInit bezeichnet die Plattform als offene Branchenlösung. Sie soll den Schweizer Kartenherausgebern einen einheitlichen und skalierbaren Zugang zu internationalen P2P-Zahlungsdiensten bieten und dabei grundsätzlich unabhängig vom jeweils zugrunde liegenden Zahlungsnetzwerk funktionieren.