Swiss Re spürt den Preisdruck im Rückversicherungsgeschäft
An der Online-Medienkonferenz zum Halbjahresabschluss erläuterte das Management neben den Geschäftszahlen auch die Entwicklung im Rückversicherungsgeschäft. Dabei standen insbesondere die Vertragserneuerungen und das Preisumfeld im Mittelpunkt.
Preisdruck nimmt zu
Der Rückversicherer erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar und damit 9 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Gleichzeitig gerät das Preisniveau im Kerngeschäft zunehmend unter Druck.
Bei den Vertragserneuerungen von P&C Re im Juni und Juli gingen die nominalen Preise um 1,2 Prozent zurück. Unter Berücksichtigung höherer Schadenerwartungen und aktualisierter Risikomodelle ergab sich laut Swiss Re ein Nettopreisrückgang von 5,3 Prozent.
Schwierigeres Umfeld bei den Erneuerungen
Seit Jahresbeginn erneuerte Swiss Re in der Sach- und Haftpflichtrückversicherung Verträge mit einem Volumen von insgesamt 19,5 Milliarden Dollar. Die nominalen Preise sanken dabei um 0,2 Prozent. Unter Einbezug der gestiegenen Schadenannahmen lag der Rückgang bei 4,6 Prozent.
Nach Angaben der Rückversicherung stehe die Qualität des Portfolios weiterhin im Einklang mit den Finanzzielen für 2026. Zudem bezeichnete Swiss Re das Marktumfeld bei den Vertragserneuerungen als anspruchsvoll. Konzernchef Andreas Berger betonte: «P&C Re setzt weiterhin auf diszipliniertes Underwriting und ein aktives Zyklusmanagement.»
Neugeschäft verliert an Dynamik
Auch die Entwicklung der vertraglichen Servicemarge des Neugeschäfts (Contractual Service Margin, CSM) deute auf eine nachlassende Dynamik hin. Auf Gruppenebene sank die CSM des Neugeschäfts im ersten Halbjahr von 3,1 Milliarden auf 2,1 Milliarden Dollar.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei P&C Re aus. Dort verringerte sich die Neugeschäfts-CSM von 2,2 Milliarden auf 1,6 Milliarden Dollar. Swiss Re führte dies auf das herausfordernde Marktumfeld bei den Vertragserneuerungen zurück.
Im Lebens- und Krankenrückversicherungsgeschäft (L&H) ging die CSM ebenfalls zurück – von 569 Millionen auf 338 Millionen Dollar. Als Grund führte der Konzern eine geringere Transaktionsaktivität an.
Grossschäden bleiben begrenzt
Trotz des schwierigeren Preisumfelds entwickelten sich die Geschäftseinheiten weiterhin profitabel. P&C Re steigerte den Gewinn um 18 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Begünstigt wurde das Ergebnis durch eine geringe Belastung aus Naturkatastrophen, wodurch sich der Schaden-Kosten-Satz auf 76,7 Prozent verbesserte.
Corporate Solutions erhöhte den Gewinn um 14 Prozent auf 490 Millionen Dollar. Im Lebens- und Krankenrückversicherungsgeschäft legte der Gewinn um 21 Prozent auf 1 Milliarde Dollar zu.
Gewinnziel bleibt in Reichweite
Finanzchef Anders Malmström erklärte, sämtliche Geschäftseinheiten hätten im ersten Halbjahr höhere Gewinne erzielt. «Unsere Sach- und Haftpflichtsparten lieferten gute Underwriting-Ergebnisse, gestützt durch die geringe Belastung durch Grossschäden infolge von Naturkatastrophen», sagte er.
Die Halbjahreszahlen zeigen damit ein zweigeteiltes Bild: Während der Gewinn weiter steigt, verschlechtern sich die Bedingungen im Neugeschäft.














