BLKB: Radicant-Rückbau auf Kurs
Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) hat im ersten Halbjahr 2026 laut Mitteilung ein solides Ergebnis erzielt. Der Geschäftsertrag auf Konzernstufe stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 4,2 Prozent auf 248,9 Millionen Franken. Der Halbjahresgewinn erhöhte sich um 5,3 Prozent auf 96,5 Millionen Franken.
«Das Ergebnis im ersten Halbjahr bestätigt, dass die BLKB zuletzt wichtige Weichen gestellt hat», wird CEO Alexandra Scriba zitiert. Sie hatte das Amt erst im Mai 2026 übernommen, nachdem Christoph Schär die Bank seit dem 1. August 2025 interimistisch als CEO geleitet hatte. Die stärkere Ausrichtung auf die Region sowie die Positionierung als Anlage- und Vorsorgebank zeigten Wirkung.
Aufgehelltes Bild
Deutlich verbessert hat sich der Geschäftserfolg. Dieser erreichte 117,5 Millionen Franken. Bereinigt um den Einmaleffekt rund um die Beteiligung an der Radicant Holding im Vorjahr entspricht dies einem Plus von 23,0 Millionen Franken beziehungsweise 24,4 Prozent. Die Cost-Income-Ratio sank von 56,0 auf 54,4 Prozent.
Damit hat sich das Bild gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 gedreht. Damals hatten Wertberichtigungen auf Radicant den ausgewiesenen Geschäftserfolg der BLKB massiv belastet.
Zins- und Anlagegeschäft legen zu
Das Kreditvolumen belief sich per Ende Juni auf 26,3 Milliarden Franken. Gegenüber Ende 2025 wuchsen die Kredite um 95,7 Millionen Franken. Bei den Hypotheken betrug das Nettowachstum 0,7 Prozent. Dabei konzentrierte sich die BLKB stärker auf ihr regionales Geschäft und reduzierte gleichzeitig die nationalen Ausleihungen.
Der Bruttoerfolg aus dem Zinsgeschäft stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 6,7 Prozent auf 179,5 Millionen Franken. Netto resultierten 177,0 Millionen Franken, ein Plus von 3,3 Prozent.
Auch das Kommissions- und Anlagegeschäft entwickelte sich positiv. Der Kommissionserfolg nahm um 5,2 Prozent auf 49,5 Millionen Franken zu. Der Erfolg aus dem Anlagegeschäft stieg um 6,7 Prozent auf 38,6 Millionen Franken. Die verwalteten Vermögen erhöhten sich seit Ende 2025 um 1,4 Milliarden beziehungsweise 4,8 Prozent auf 30,8 Milliarden Franken. Der Netto-Neugeldzufluss belief sich auf 418,3 Millionen Franken.
Der Handelserfolg ging dagegen leicht um 2,9 Prozent auf 15,0 Millionen Franken zurück.
Höhere Kosten für Hauptsitz und Technologie
Beim Aufwand zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Sachaufwand erhöhte sich um 4,0 Prozent auf 55,9 Millionen Franken. Die BLKB begründet dies unter anderem mit Investitionen in die Sanierung ihres Hauptsitzes in Liestal, regulatorischen Anforderungen und technologischen Vorhaben sowie höheren allgemeinen Betriebskosten.
Der Personalaufwand ging dagegen leicht zurück und belief sich auf 79,6 Millionen Franken, 0,5 Millionen weniger als in der Vorjahresperiode.
Die Bilanzsumme des Konzerns lag per Ende Juni bei 35,9 Milliarden Franken. Die Gesamtkapitalquote erreichte 21,7 Prozent und lag damit über dem Stand von Ende 2025.
Radicant wird abgewickelt
Bei der früheren Problemtochter Radicant schreitet der Rückbau unterdessen voran. Im November 2025 hatte die BLKB angekündigt, den Bankbetrieb der Radicant AG einzustellen und die Banklizenz zurückzugeben.
Für sämtliche Kundinnen und Kunden seien im Frühjahr 2026 Anschlusslösungen gefunden worden. Der geordnete Rückbau verlaufe planmässig, teilte die BLKB mit. Die verbliebenen Mitarbeitenden beschäftigten sich mit Abschlussarbeiten und den Vorbereitungen für die Rückgabe der Banklizenz.
Damit ist Radicant im Halbjahresergebnis 2026 vor allem noch ein Abwicklungsthema. Im Vorjahr hatten Wertberichtigungen von 105,5 Millionen Franken auf die Beteiligung den ausgewiesenen Geschäftserfolg der BLKB stark belastet.
BLKB erwartet vergleichbaren Geschäftsgang
Für das Gesamtjahr zeigt sich die Bank grundsätzlich zuversichtlich. Sie erwartet in der Schweiz trotz des starken Frankens ein positives Wirtschaftswachstum bei tiefer Inflation. Als grösstes Risiko für die Finanzmärkte bezeichnet sie die geopolitische Unsicherheit.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die BLKB in dem von tiefen Zinsen geprägten Umfeld mit einem Geschäftsgang, der – ohne den Einmaleffekt aus dem Vorjahr – mit 2025 vergleichbar sein soll.















