LGT knackt magische Grenze

Die LGT ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich gewachsen. Der Konzerngewinn der internationalen Private-Banking- und Asset-Management-Gruppe im Besitz des Fürstenhauses von Liechtenstein stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 17 Prozent auf 281,6 Millionen Franken, wie den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zu entnehmen ist. 

Besonders stark entwickelte sich das Neugeld: Die Bank zog organische Netto-Neugelder von insgesamt 12,3 Milliarden Franken an. Das entspricht einer annualisierten Wachstumsrate von 6,4 Prozent und liegt somit deutlich über der strategischen Zielmarke der Branche von 4 bis 5 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2025 hatte der Zufluss noch bei 5,9 Milliarden Franken gelegen. Sowohl das Private Banking als auch das Asset Management trugen zum Wachstum bei.

Vermögen auf Rekordhoch

Die verwalteten Vermögen erhöhten sich seit Ende 2025 um 7 Prozent von 386,1 auf 412,6 Milliarden Franken. Damit überschritt LGT erstmals die Schwelle von 400 Milliarden Franken und erreichte einen Höchststand.

Neben den Neugeldzuflüssen trugen eine starke Markt- und Investmentperformance sowie positive Währungseffekte zur Entwicklung bei.

Auf der Ertragsseite profitierte LGT insbesondere vom Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Der entsprechende Erfolg der wichtigsten Ertragsquelle der LGT nahm um 7 Prozent auf gut 1 Milliarde Franken zu. Der Erfolg aus Handelsgeschäft und sonstigem Ertrag legte um 1 Prozent auf 325,9 Millionen Franken zu, während der Erfolg aus dem Zinsgeschäft um 2 Prozent auf 156,6 Millionen Franken zurückging. Insgesamt erhöhte sich der Bruttoerfolg um 5 Prozent auf 1,49 Milliarden Franken.

Kosten wachsen langsamer als Erträge

Die Kostendisziplin trug wesentlich zum Gewinnsprung bei: Der Geschäftsaufwand erhöhte sich um 2 Prozent auf 1,09 Milliarden Franken.

Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich entsprechend von 76,8 Prozent Ende 2025 auf 73,3 Prozent per Ende Juni. Der Personalbestand nahm um 62 Vollzeitstellen auf 5’953 Beschäftigte zu.

Bei der Kapitalisierung bleibt LGT komfortabel aufgestellt, wenngleich die harte Kernkapitalquote (CET1) von 19,2 Prozent Ende 2025 auf 18,0 Prozent zurückging. Die Liquiditätsquote lag bei 212,5 Prozent nach 219,4 Prozent Ende vergangenen Jahres.

Nach Expansion folgt Konsolidierung

Nach den Wachstumsinvestitionen der vergangenen Jahre verschiebt LGT den Schwerpunkt laut der Mitteilung nun stärker auf die bestehenden Märkte. Im Zentrum stehen die Konsolidierung der internationalen Präsenz sowie Synergien und Skaleneffekte aus den bisherigen Wachstums- und Technologieinvestitionen.

Die Expansion in Europa, Australien und Asien entwickle sich erfreulich, teilte die Gruppe mit. In Hongkong, wo LGT nach eigenen Angaben zu den grössten Privatbanken zählt, ist das Institut seit 40 Jahren präsent. In Japan besteht das Private-Banking-Geschäft seit fünf Jahren. LGT Capital Partners hat zudem durch die Integration des Kernteams von Sapphire Partners seine Venture-Capital-Plattform und die Präsenz in den USA ausgebaut.

«Nach den gezielten Wachstumsinvestitionen der letzten Jahre liegt unser Fokus darauf, unsere weltweite Präsenz in den bestehenden Märkten zu festigen und die Vorteile unserer internationalen Plattform konsequent zu nutzen», sagte S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein, Chairman der LGT.

Für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich LGT trotz der geopolitischen Unsicherheiten zuversichtlich.