IWF: Jordaniens Wirtschaft wächst schneller

In einer aktuellen Studie sagt der IWF, die jordanische Wirtschaft bleibe «widerstandsfähig, gestützt durch solide makroökonomische Politiken und starke internationale Unterstützung». Das Wachstum beschleunigte sich laut der globalen Finanzüberwacherin in Washington in der ersten Hälfte des Jahres 2025 auf 2,7 Prozent und dürfte in den kommenden Jahren 3 Prozent erreichen.

In den Nahen Osten gut integriert 

Die Prosperität werde durch grosse Investitionsprojekte, eine vertiefte regionale Integration sowie die kontinuierliche Umsetzung struktureller Reformen unterstützt. 

Nach den letzten gemeinsamen Sitzungen Anfang Dezember zur Bewertung der Reformpolitik mit der jordanischen Regierung unter Premierminister Dschafar Hassan sagte der stellvertretende geschäftsführende Direktor des IWF, Kenji Okamura: «Jordaniens anhaltende makroökonomische Stabilität und Widerstandsfähigkeit trotz fortbestehender externer Gegenwinde sind ein Beleg für das konsequente Festhalten der Behörden an soliden Politiken, unterstützt durch starke internationale Hilfe.» 

Petrodollars helfen

Saudi-Arabien war in der ersten Hälfte des Jahres 2025 der grösste Golf-Beitragsleister bei den ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in Jordanien, laut einem Bericht der Jordan Times. Die Zeitung bezog sich auf offizielle Daten aus der jordanischen Zahlungsbilanz. Demnach zeichneten saudische Gelder für rund 26 Prozent der gesamten FDI-Zuflüsse verantwortlich. Insgesamt entfielen 35,6 Prozent der gesamten FDI auf die Staaten des Golfkooperationsrates (GCC).

Okamura: «Vor dem Hintergrund anhaltender regionaler Spannungen und globaler Unsicherheit ist das fortgesetzte Bekenntnis der Behörden zu soliden fiskal- und geldpolitischen Massnahmen zur Sicherung der makroökonomischen Stabilität von grosser Bedeutung.» Jordanien hat sich ausserdem dazu verpflichtet, die Staatsschuldenquote von derzeit über 90 Prozent auf 80 Prozent des BIP zu drücken. «Die Inflation bleibt mit rund 2 Prozent verankert, und das Leistungsbilanzdefizit dürfte mittelfristig auf unter 5 Prozent des BIP sinken. «Der Bankensektor ist stabil, und die internationalen Währungsreserven sind robust», stellt Okamura fest.

To-Do-Liste bleibt

Bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in dem 11,8-Millionen-Einwohnerland, die in den letzten Jahren aufgrund von Flüchtlingsbewegungen aus Syrien und Irak verschärft wurde, und dem freien Wettbewerb in der Privatwirtschaft besteht laut IWF Verbesserungsbedarf. Qualifizierte junge Jordanier bevorzugen besserbezahlte Arbeitsmöglichkeiten in den prosperierenden GCC-Ländern. Der Block am Golf wirkt wie ein Magnet auf qualifizierte Bewerber aus den arabischen Nichtölstaaten.

Das Exekutivdirektorium des IWF hat die vierte Überprüfung der Vereinbarung im Rahmen der Erweiterten Fondsfazilität (Extended Fund Facility, EFF) sowie die erste Überprüfung der Vereinbarung im Rahmen der Resilienz- und Nachhaltigkeitsfazilität (Resilience and Sustainability Facility, RSF) abgeschlossen. Jordaniens vierjährige EFF-Vereinbarung mit einem Zugang in Höhe von 926,37 Millionen Sonderziehungsrechten (SZR, rund 1,3 Milliarden US-Dollar, entsprechend 270 Prozent der jordanischen IWF-Quote) wurde am 10. Januar 2024 vom IWF-Exekutivdirektorium genehmigt. Aufgrund der vierten, erfolgreichen Überprüfung des Reformprogramms durch den IWF konnten so an den jordanischen Fiskus bislang 733 Millionen Dollar ausgeschüttet werden.