M&A: Schweizer Firmen schwenken auf Nordamerika um
Schweizer Firmen stellen sich auf ein weiteres Jahr wirtschaftlicher Unsicherheit ein und justieren ihre Expansionsstrategien neu. Gemäss dem am Mittwoch veröffentlichten Oaklins M&A Outlook rückt Nordamerika als Zielmarkt zunehmend in den Vordergrund, während sich Unternehmen gleichzeitig stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.
Auch Finanzierungsumfeld wenig erfreulich
Die geopolitischen Spannungen, eine erratische US-Handelspolitik und die Neuordnung globaler Lieferketten prägen den Planungshorizont für 2026. Nur noch 6 Prozent der befragten M&A-Experten erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine positive Konjunkturentwicklung – ein deutlicher Rückgang gegenüber Anfang 2025. Auch das Finanzierungsumfeld bleibt herausfordernd: Sowohl Fremdkapital- als auch Cash-Verfügbarkeit liegen spürbar unter dem langjährigen Durchschnitt.
In diesen zwei Bereichen bleibt Dynamik hoch
Der Oaklins M&A-Index sinkt weiter und erreicht den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Nur 54 Prozent der Unternehmen planen aktuell eine Akquisition; eine breite Transaktionswelle mit Schweizer Beteiligung ist nicht in Sicht. Dynamik erwartet Oaklins vor allem im Bereich Medien- und Telekommunikation (TMT) sowie Life Sciences. Beide Bereiche sind getrieben durch KI, Automatisierung und Digitalisierung.
Der Index zeigt die prognostizierte Entwicklung der M&A-Aktivität in den kommenden sechs bis zwölf Monaten mit
Beteiligung von Schweizer Unternehmen. (Quelle: Oaklins M&A Outlook)
Schweiz verliert an Attraktivität
Besonders deutlich zeigt sich eine geografische Verschiebung: Die Schweiz verliert als Zielmarkt an Attraktivität, während Nordamerika an Bedeutung gewinnt. Der Anteil der Unternehmen, die eine Akquisition in Nordamerika in Erwägung ziehen, steigt von 19 auf 27 Prozent; Übernahmen in der Schweiz planen nur noch 22 Prozent. Europa bleibt jedoch weiterhin wichtigster Zielmarkt.
Parallel dazu nimmt die Bereitschaft zu Portfolio-Bereinigungen zu: 37 Prozent der Befragten können sich den Verkauf von Unternehmensteilen vorstellen – ein historischer Höchstwert.
«Das geopolitische Umfeld bleibt fragil», sagt Studienautor und Oaklins-Partner Jürg Stucker. Der Schweizer M&A-Markt zeige sich zweigeteilt: gedämpfte Gesamtstimmung einerseits, robuste Aktivität in klar umrissenen Segmenten andererseits. Chancen bestünden weiterhin, erforderten aber «mehr Vorbereitung, Fokussierung der Strategie und klare Priorisierung».
















