So wird der demografischer Wandel den Immobilienmarkt verändern

Die sinkende Geburtenrate und die fortschreitende Alterung der Gesellschaft wird den Schweizer Immobilienmarkt trotz der weiter starken Zuwanderung verändern. Das ist das Fazit einer Studie der Vergleichsplattform Moneypark.ch.

Die Experten prognostizieren, dass sich die Kluft zwischen «Gewinner-» und «Verlierer-Kantonen» in den kommenden Jahren vertiefen wird. Vor strukturellen Herausforderungen würden dabei die Kantone Tessin, Bern, Neuenburg, Jura, Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Obwalden, Graubünden, Glarus und Schaffhausen stehen. Diese würden rund 23 Prozent des gesamten Hypothekarvolumens der Schweiz auf sich vereinen.

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Demgegenüber würden zwei Drittel des Hypothekarvolumens (67 Prozent) in den elf Kantonen liegen, die 86 Prozent des zukünftigen Bevölkerungswachstums der Schweiz ausmachen. Hier sei dadurch auch künftig mit einer deutlich steigenden Wohnraumnachfrage zu rechnen.

Laut der Studie sei in den Problem-Kantonen aufgrund des demografischen Wandels bereits heute eine stagnierenden oder sogar rückläufige Wohnraumnachfrage zu verzeichnen. Die Autoren verweisen darauf, dass hier das Bevölkerungswachstum fast ausschliesslich in der Gruppe der über 65-Jährigen stattfinde. Das sorge für eine schwächere Dynamik im Markt und eine tiefer Nachfrage. Zudem schrumpfe die Zahl der Menschen im erwerbstätigen Alter und damit der Kreis der potenzieller Käufer und Mieter.

Nachfrage verschiebt sich zu kleinen Einheiten

Die Veränderung der Altersstruktur habe auch zur Folge, dass die Nachfrage nach grossen Wohneineheiten (mehr als 4,5 Zimmer) sinke, während die nach kleineren weiter steige.

Die Entwicklung werde aber nicht zu einem landesweiten Druck auf Mieten und Preise für Wohneigentum führen. Vielmehr werde sich die Kluft zwischen Verlierern und Gewinnern vertiefen. Regional könne es aber zu sinkenden Preisen kommen.

Als Konsequenz aus dem Wandel sollten Hypothekargeber und -nehmer ihre Immobilien und Hypotheken auf demografische Risiken hin überprüfen. Immobilienentwickler würden gut daran tun, bei der Planung von Neu- und Umbauten die sinkende Geburtenrate und die fortschreitende Alterung der Gesellschaft vor Augen zu haben.