Temenos: Dämpfer bei Software-Umsätzen
Temenos hat im zweiten Quartal 2026 einen Rückschlag im strategisch wichtigen Subscription- und Software-as-a-Service-Geschäft (SaaS) erlitten. Der entsprechende Non-IFRS-Umsatz sank gegenüber dem Vorjahresquartal währungsbereinigt um 13 Prozent auf 109 Millionen Dollar, wie den Halbjahreszahlen zu entnehmen ist.
Als Grund nennt der Genfer Bankensoftwarehersteller Verzögerungen bei einer kleinen Zahl grösserer Vertragsabschlüsse mit Neukunden, vorwiegend in Europa. Die Geschäfte seien nicht verloren gegangen, sondern lediglich über das Quartalsende hinaus verschoben worden.
«Wir hatten einen starken Start ins Quartal und während des gesamten Zeitraums ein stabiles Verkaufsumfeld», sagt CEO und interimistischer CFO Takis Spiliopoulos. Gegen Ende des Quartals hätten sich jedoch einige grosse Abschlüsse verzögert.
Grossteil der verzögerten Deals inzwischen abgeschlossen
Die entscheidende Frage ist nun, ob es sich tatsächlich nur um eine zeitliche Verschiebung handelt. Temenos zufolge wurde der Grossteil der verzögerten Subscription- und SaaS-Umsätze bereits in den ersten drei Wochen des dritten Quartals 2026 unterzeichnet.
Darunter befinden sich Verträge mit einer der grössten Banken in Zentral- und Osteuropa sowie mit einer europäischen Tier-1-Bank.
Entsprechend ambitioniert fällt die Prognose für das laufende Quartal aus: Temenos erwartet im dritten Quartal beim Subscription- und SaaS-Umsatz ein währungsbereinigtes Wachstum von mindestens 30 Prozent.
Wiederkehrende Umsätze wachsen zweistellig
Bei den jährlich wiederkehrenden Umsätzen (ARR) zeigt sich ein robusteres Bild. Diese stiegen gegenüber dem Vorjahr währungsbereinigt um 11 Prozent auf 881 Millionen Dollar.
Getragen wurde das Wachstum insbesondere von höheren Premium-Maintenance-Erträgen sowie vom Wachstum beim SaaS Annual Contract Value (ACV). Im ersten Halbjahr insgesamt ging der Subscription- und SaaS-Umsatz allerdings währungsbereinigt um 4 Prozent zurück.
Der gesamte Non-IFRS-Umsatz belief sich im zweiten Quartal auf 281,5 Millionen Dollar und lag damit 1 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Der Non-IFRS-Produktumsatz sank währungsbereinigt um 1 Prozent.
Profitabilität legt trotz Umsatzdämpfer zu
Auf der Ergebnisseite konnte Temenos hingegen Fortschritte erzielen. Der Non-IFRS-Betriebsgewinn (EBIT) stieg im zweiten Quartal um 4 Prozent auf 116,1 Millionen Dollar, wobei sich die Marge um einen Prozentpunkt verbesserte.
Nach IFRS erhöhte sich der EBIT um 16 Prozent auf 90,6 Millionen Dollar.
Der Non-IFRS-Gewinn je Aktie legte um 7 Prozent auf 1,31 Dollar zu. Deutlich schwächer fiel dagegen der ausgewiesene IFRS-Gewinn je Aktie aus: Dieser sank um 57 Prozent auf 1 Dollar.
Auch beim Cashflow konnte Temenos zulegen. Der freie Cashflow erhöhte sich im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 74,2 Millionen Dollar. Im gesamten ersten Halbjahr betrug das Wachstum 17 Prozent.
Asien-Pazifik sticht positiv hervor
Regional entwickelte sich insbesondere das Geschäft in Asien-Pazifik positiv. Temenos schloss dort nach eigenen Angaben einen grösseren Vertrag mit einem Neukunden sowie mehrere weitere Geschäfte mit bestehenden Kunden ab.
Auch in den USA sieht das Management Fortschritte. Zu Beginn des dritten Quartals gewann Temenos eine Regionalbank, die ihr Kernbankensystem auf Temenos Core als SaaS-Lösung auf Microsoft Azure migrieren will.
Additiv soll Wealth-Geschäft stärken
Parallel dazu treibt Temenos den Ausbau seines Angebots voran. Das Unternehmen hat die bereits angekündigte Übernahme des Schweizer Wealthtech-Unternehmens Additiv abgeschlossen.
Mit der Akquisition will Temenos insbesondere sein Angebot im Wealth Management sowie seine KI-gestützten Orchestrierungsfähigkeiten erweitern. Laut Spiliopoulos stösst das Angebot bei Kunden bereits auf starkes Interesse, insbesondere bei grösseren Tier-1- und Tier-2-Instituten.
Gleichzeitig investiert Temenos weiter in seine Softwareentwicklung und baut Teams in Indien und den USA aus.
Jahresziele bestätigt
Trotz der Schwäche im Subscription- und SaaS-Geschäft im zweiten Quartal hält Temenos an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest.
Für 2026 erwartet das Unternehmen währungsbereinigt ein Wachstum der jährlich wiederkehrenden Umsätze von rund 12 Prozent. Der Subscription- und SaaS-Umsatz soll um rund 9 Prozent und der Non-IFRS-EBIT ebenfalls um rund 9 Prozent zulegen.
Beim Gewinn je Aktie rechnet Temenos mit einem Plus von rund 7 Prozent, beim freien Cashflow mit einem Wachstum von rund 16 Prozent.
Auch die mittelfristigen Ziele für 2028 bleiben unverändert. Bis dahin will Temenos den ARR auf mindestens 1,23 Milliarden Dollar steigern. Der Non-IFRS-EBIT soll rund 480 Millionen Dollar und der freie Cashflow etwa 410 Millionen Dollar erreichen. Die neu erworbene Additiv ist in diesen Mittelfristzielen noch nicht berücksichtigt.














